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Interview mit Christiane Wodtke, geschäftsführende Gesellschafterin wodtke GmbH, Tübingen

Pionierin der Pelletsbranche: Christiane Wodtke

„Deutliches Süd-Nord-Gefälle im deutschen Wärmemarkt“

 

Frau Wodtke, Baden-Württemberg hat den "Leitstern 2008" in der Kategorie Wärme gewonnen. Zu Recht?

Wodtke: Natürlich zu Recht. Baden-Württemberg hat in Sachen Erneuerbare Wärme eine bundesweite Vorreiterrolle eingenommen. Die baden-württembergische Politik trägt das Thema Umweltschutz voran, auch unter dem Gesichtspunkt, dass Ökologie und Ökonomie zusammen gehören. Aber auch die baden-württembergische Unternehmerschaft hat ihre Chancen rechtzeitig erkannt.

 

Das baden-württembergische Wärmegesetz als Teil dieser Politik ist seit Anfang 2008 in Kraft. Hat sich das für Ihr Unternehmen schon bemerkbar gemacht?

Wodtke: Nun, für die Wirtschaft ist das Gesetz noch nicht wirklich spürbar. Wichtig ist aber, dass man weiß, wohin die Reise geht. Bemerkbar gemacht hat sich das Gesetz vor allem dadurch, dass es bundesweit diskutiert wurde. Der Vorstoß auf Landesebene sollte auch als Anstoß für die Diskussion auf Bundesebene gesehen werden.

 

In Baden-Württemberg und Bayern heizen besonders viele Menschen mit Erneuerbaren Energien. Wie erklären Sie sich das?

Wodtke: Vielleicht rechnen wir Schwaben und auch die Bayern ja mit besonders "spitzem" Bleistift, denn wir wollen ja auch bei den Ressourcen sparen. Jedenfalls beobachten wir ein deutliches Süd-Nord-Gefälle im deutschen Wärmemarkt. In den traditionellen Holzheizländern Bayern und Baden-Württemberg werden mit Abstand die meisten Pelletöfen und -kessel durch das BAFA gefördert. Innerhalb der Wärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien spielen die biogenen Festbrennstoffe - also vor allem Holz und Holzpellets - eine wachsende Rolle. Sie lassen sich hier in Süddeutschland zudem besonders sinnvoll mit Sonnenkollektoren kombinieren.

 

Moderne Pelletheizungen sind gut für Klima und Umwelt. Aber wenn immer mehr Menschen mit Holz heizen, gibt es dann nicht neue Probleme – wie Entwaldung und Emissionen?

Wodtke: Zunächst einmal bleibt festzuhalten, dass Holzheizsysteme generell CO2-neutral sind. Das heißt: bei der Verbrennung von Holz oder Holzpellets wird nur so viel Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben, wie durch das Wachstum des Baumes vorher entzogen worden ist. Mit anderen Worten: Holz ist gespeicherte Sonnenenergie und somit in keiner Weise am Treibhauseffekt beteiligt.

Die verstärkte Nutzung von Holz als Brennstoff aus unseren nachhaltig bewirtschafteten Wäldern trägt außerdem zur ökologischen Stabilisierung des Waldes bei. Eine intensivere Waldpflege wird sich eher lohnen und schafft Wälder, die gegen natürliche Gefahren besser gewappnet sind.

Und auch bezüglich der Feinstaubemissionen können wir unsere Kunden beruhigen. Moderne Pellet-Primäröfen erfüllen bereits heute die angedachten Grenzwerte von morgen. Die Verbraucher sollten hier auf Qualität achten: Insbesondere mit Produkten, die den "Blauen Engel" tragen und damit für äußerst niedrige Emissionen und hohe Wirkungsgrade stehen, sind die Kunden auf der absolut sicheren Seite.