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Bayern

Im Bundesländervergleich liegt Bayern auf Platz sieben. Es ist damit im Vergleich zu 2008 um vier Plätze zurückgefallen. Im Bereich „Bürgerengagement“ führt das Bundesland.

Insgesamt zeigen die Auswertungen von Bayern im Bundes­länder­vergleich ein uneinheitliches Bild. Bayern kann in einzelnen Berei­chen, insbesondere bei der Nutzung von Solarstrom, Solar­wärme und Holzheizungen hervor­ragende Erfolge vorweisen. In anderen Sek­toren werden Schwächen deutlich, beispielsweise bei der Nutzung der Windenergie (Platz 15).

Bayern wird mit dem „Leitstern 2010“ in der Kategorie „Bürger­engagement“ ausge­zeichnet. Darunter werden diejenigen Erfolgs­faktoren gefasst, die maßgeblich die Beteiligung der Bürger an der Energieversorgung widerspiegeln – wie die Anzahl der Öko­strom­kunden oder die In­vestition in eine Ökoheizung oder eine PV-Anlage. In der Sonder­aus­wertung dieser 10 Indikatoren belegt Bayern mit großem Abstand den ersten Platz. 

Allgemeine Landesinformationen:

Bayern ist das flächengrößte Bundesland. Es hat die zweithöchste Ein­wohnerzahl und ist auch gemessen am Bruttoinlandsprodukt nach Nordrhein-Westfalen das zweitgrößte Bundesland.

Energiewirtschaftlich hat in Bayern die Kernenergie eine besonders hohe Bedeutung, auf sie entfallen 28 % des Primärenergieverbrauchs bzw. 58 % der Stromerzeugung (2007). Auch Erneuerbare Energien spielen in Bayern traditionell eine relativ große Rolle. Neben Wasser­kraft und Biomasse wird zunehmend auch die Sonnenenergie ge­nutzt. Bis 2020 sollen Erneuerbare Energien dem „Klimaprogramm Bayern 2020“ zufolge 20 % am Endenergieverbrauch und 30 % an der Strom­erzeugung erreichen.

 

 

Flash ist Pflicht!

 

Die Bundesländer-Vergleichsstudie 2010 bescheinigt Bayern folgende Stärken:

  • Energiepolitik und Akzeptanz: Bayern gehört bei den Ausbauzielen (Rang 4) und der energiepolitischen Programmatik (Rang 5) zu den führenden Bundesländern. Die gesell­schaftliche Akzeptanz von Erneu­er­baren Energien ist hier bundesweit am höchsten (Rang 1).

    Der Indikator „Gesellschaftliche Akzeptanz“ setzt sich aus zwei Werten einer Forsa-Umfrage aus 2010 zusammen: Der Aussage, man solle jetzt den Ausbau Erneuer­barer Energien vorantreiben, statt abzuwarten und in konventionelle Energien zu investieren, stimmen in Bayern 80 Prozent der Befragten zu (Rang 7). Bei der Frage nach der Akzeptanz von EE-Anla­gen in der Nach­barschaft liegt Bayern mit 75 Prozent der Befragten an zweiter Stelle.

  • Schneller dezentraler Zubau: Nachdem Bayern im Bereich  der Nutzung Erneuerbarer Energien(2A) im Bundesländer­vergleich 2008 führend war, liegt es nun nach Thüringen auf Platz zwei. Was Ausbaustand und –ge­schwin­digkeit von Photovoltaikanlagen, Solarkollektoren und Pelletheizungen betrifft (je Rang 1) ist Bayern bundesweit führend. Beim Zubau an Wärmeleistung aus Holzheizungen (Rang 2) und aus Wärme­pumpen (Rang 3) belegt es vordere Plätze.

 

Sonderauswertung „Bürgerengagement“: Bürger investieren, Bürger entscheiden und Bürger werben für Akzeptanz, wenn es um Anlagen und Projekte vor Ort geht. Der Aus­bau Erneuerbarer Ener­gien hängt deshalb maßgeblich vom dezentralen Engagement und der Bürgerbeteiligung ab. In der Sonderauswertung werden deshalb aus dem Bereich der Nutzung Erneuerbarer Ener­gien (A) zehn Indikatoren zusam­men­gefasst, die auf die Beteiligung und die Investition von Bürger eines Bundeslandes zurück zu führen sind.

Im Bundesländervergleich liegt Bayern in folgenden Punkten hinten:

  • Unzureichende Fördermaßnahmen: Ungeachtet der poli­tischen Zielsetzungen und Programme schneidet Bayern bei konkreten Fördermaßnahmen relativ schlecht ab, so bei Infor­mationsangeboten (Rang 13), Förder­programmen (Rang 14) und beim Hemmnisabbau (Rang 14).
  • Schlusslicht Windenergie: Bayern nutzt seine Wind­poten­ziale kaum. Bei der Stromerzeugung bezogen auf die Potenzial­struktur liegt das Bundesland auf dem vorletzten, bei der Errich­tung von neuen Anlagen (installierte Leistung) zwischen 2005 und 2009 auf dem letzten Platz. Mit 467 MW Leistung sind im Freistaat weniger Windanlagen installiert als im benachbarten Niederösterreich. Der Bundesverband Wind­energie kritisiert in diesem Zusammenhang die Ausbauziele der Landesregierung im Strombereich: mit einem stärkeren Ausbau der Windenergie würden diese deutlich übertroffen. 
  • Wasserkraft und Wärme stagnieren: Traditionell liegt Bayern beim Anteil der Erneuerbaren Energien an der Strom­erzeugung (Rang 7), an der Fern­wärme (Rang 3) und bei der Wasserkraftnutzung (Rang 5) über dem Durchschnitt. In den letzten Jahren sind diese Bereiche aber kaum weiter voran­gekommen.
  • Zurückhaltende Industrie- und Technologiepolitik (1B): Hier liegt Bayern im Bundesländervergleich zurück. Zwar belegt das Bundesland bei der Anzahl der Patent­anmel­dungen bezogen auf die Einwohnerzahl Platz 5. Die For­schungs­­­ausgaben für Erneuer­bare Energien bezogen auf das Brutto­inlands­produkt fallen aber gering aus: Bayern liegt hier auf dem vorletzten Platz – abgesehen von Mecklenburg-Vor­pommern, für das keine Daten vorliegen. Auch bei den Studien­gängen und Stellen­anzeigen gehört Bayern zu den Schlusslichtern (je Platz 14).  Mit 4.478 Unternehmen aus der EE-Branche (von insgesamt rund 37.000) liegt Bayern im Mittelfeld (Rang 7)

 

Fazit der Forscher (DIW / ZSW):

„Damit der Anteil Erneuerbarer Energien in Bayern künftig gemäß den eigenen Zielen erheblich gesteigert werden kann, muss ins­besondere auch der Beitrag der Windenergie wesentlich stärker zunehmen als bisher. Bestehende Hemmnisse müssen abgebaut werden. Auch bei Förderprogrammen und Informationsangeboten könnte sich das Land besser profilieren. Daneben sollten die industrie- und technologiepolitischen Anstrengungen wesentlich verstärkt werden. Hierzu zählt insbesondere ein verstärktes Engage­ment bei der Förderung von Forschung und Bildung im Bereich Erneuerbarer Energien.“

 

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