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Brandenburg

Im Bundesländervergleich 2010 erreicht Brandenburg wie schon 2008 den ersten Platz, wobei der Vorsprung sogar noch weiter ausgebaut werden konnte. Brandenburg liegt zwar nicht in allen Bereichen auf dem ersten Platz. Da das Bundesland aber gleich­mäßig über alle Kategorien hinweg zu den besten Bundes­ländern gehört, ergibt sich in der Berechnung der Gesamt­platzierung der erste Rang.

 

 

Allgemeine Landesinformationen:

Brandenburg ist das flächenreichste Land der neuen Bundesländer. Es ist außerhalb der Städte meist dünn besiedelt, die Hälfte der Landes­fläche wird landwirtschaftlich genutzt. Das monatliche Haus­haltsnettoeinkommen liegt in Brandenburg über dem ostdeutschen Durchschnitt, jedoch noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Die Energiewirtschaft ist bisher noch stark von der Braunkohle ge­prägt, auf die dort rund die Hälfte des Primär­energie­verbrauchs ent­fällt. Der Energie­strategie 2020 des Landes Brandenburg aus dem Jahr 2008 zufolge sollen Erneuerbare Energien in Brandenburg zu einer tragenden Säule der Energie­­versorgung ausgebaut werden. Bis 2020 wird eine Verdopplung des Anteils Erneuerbarer Energien am Primär­­energieverbrauch von 10,4 % (2006) auf 20 % angestrebt.

 

Flash ist Pflicht!

 

Die Bundesländer-Vergleichsstudie 2010 bescheinigt Brandenburg folgende Stärken:

  • Ambitionierte energiepolitische Maßnahmen und Ziele: In diesem Bereich (1A) liegt Brandenburg insgesamt auf Platz 2. Zur Spitzen­gruppe gehört das Bundesland bei den Förder­programmen (Rang 2), den Ausbauzielen (Rang 3) und der energie­­politischen Programmatik (Rang 4). Die Bran­chen­ver­bände bewerten die Hemmnisvermeidung und die Landes­politik in Sachen Wind- und Bioenergie im Bundesvergleich am besten (je Rang 1). Demgegenüber steht ein mittlerer Rang bei der Bewertung der Landespolitik hinsichtlich Solar­energie (Platz 6) und der vorletzte Platz in Sachen Wärme­pumpen.
  • Ausbauerfolge bei Wind und Biogas: Brandenburg gehört bei Stand und Entwicklung der Erneuer­baren Energien (2A) zur Spitzen­gruppe (Rang 4). Hier stechen besonders die Nutzung der Windenergie (bezogen auf die Potenzial­struktur) und der Ausbau in den vergangenen Jahren hervor (je Rang 2). Ebenso erfolgreich werden in Brandenburg Biogas-Potenziale erschlossen (Rang 4) und die Nutzung ausgebaut (Rang 3).
  • Forschung und Unternehmen: Industriepolitisch belegt Bran­denburg vordere Plätze: bei Forschungs­ausgaben aus dem Landeshaushalt bezogen auf das BIP (rund 4 Millionen Euro 2008) (Rang 2) und beim Anteil der Studiengänge (9 von 323) (Rang 3). Die Bedeutung der Erneu­er­baren Energien für den Wirtschafts­standort spiegelt sich auch im Anteil der EE-Unternehmen (831 von ca. 60.000; Rang 3), bei den Stellenanzeigen (Rang 4) und bei den Beschäftigten im Bereich Photovoltaik (Rang 3) und Wind­energie (Rang 4). Das Brandenburgische Umwelt­ministerium gibt insgesamt 5.750 Beschäftigte in der Branche an. Da für diese Gesamt­zahl keine übergreifenden Daten für alle Bun­des­länder vorliegen, geht diese Zahl nicht in die Wertung ein.
  • Biokraftstoff-Infrastruktur: Brandenburg belegt jeweils den zweiten Platz bei den Produktionskapazitäten von Biodiesel und Bioethanol (bezogen auf BIP), sowie bei der Anzahl der Pflanzenöl-Tankstellen (bezogen auf Anzahl der Kraftfahr­zeuge).   


Im Bundesländervergleich liegt Brandenburg in folgenden Punkten hinten:

  • Gesellschaftliche Akzeptanz: Zwar ist die Mehrheit der Brandenburger Erneuerbaren Energien gegenüber positiv eingestellt. Im bundesweiten Vergleich liegt Brandenburg aber nur auf Rang 13.

    Der Indikator „Gesellschaftliche Akzeptanz“ setzt sich aus zwei Werten einer Forsa-Umfrage aus 2010 zusammen: Der Aussage, man solle jetzt den Ausbau Erneuer­barer Energien vorantreiben, statt abzuwarten und in konventionelle Energien zu investieren, stimmen in Branden­burg 76 Prozent der Befragten zu (Rang 12). Bei der Frage nach der Akzeptanz von EE-Anlagen in der Nach­barschaft liegt Brandenburg mit 65 Prozent der Befragten an letzter Stelle.

  • Erneuerbare Wärme: Zwar ist Brandenburg Spitzenreiter, wenn es um die Installa­tion von Wärmepumpen geht. Bei anderen Wärme-Indikatoren liegt das Bundesland aber hinten: z.B. beim Anteil Erneuerbarer Energien an der Fern­wärme­erzeugung (Rang 14), der zudem noch stagniert. Oder beim Ausbau von Holz­heizungen (Rang 15), von Pellets­heizungen oder Solarthermie­anlagen (je Rang 12).
  • Solarstrom: Obwohl sich in Brandenburg einige Hersteller von Photovoltaikmodulen angesiedelt haben, liegt das Bundes­­land bei der Nutzung des Solarstrom-Potenzials weit zurück (Rang 14). Bei der Entwicklung der installierten Leistung erreicht Brandenburg Rang 12.


Fazit der Forscher (DIW / ZSW):

„Alles in Allem zeigt Brandenburg im Bereich Erneuerbarer Energien ein großes Engagement und kann große Erfolge vorweisen. Eine ak­tu­e­llere Energiestatistik würde dies noch deutlicher zeigen. Die Heraus­forderung besteht vor allem darin, den ambitionierten Pfad auch künftig mit zunehmenden Zielwerten fortzusetzen. Dabei sollten weiterhin mögliche Hemmnisse systematisch erfasst und soweit mög­lich beseitigt werden. Aktuell werden Hemmnisse im Bereich Geo­thermie/Wärmepumpen thematisiert, die sich auf Anforderungen frostfreien Betriebs und aufwendiger geophysikalischer Bohr­loch­ver­messungen beziehen. Diese Hemmnisse sollten überprüft werden, auch wenn Brandenburg bei der Zunahme von Wärmepumpen derzeit klar führt. Hinsichtlich des Ausbaus Erneuerbarer Energien in den einzelnen Sparten bestehen neben der Windenergie noch erhebliche Potenziale im Bereich der Bioenergie. Obwohl die Sonnen­ein­strah­lung in Brandenburg geringer ist als im Süden, könnten deutlich mehr Solarkollektoren eingesetzt werden. Dies kann auf Länder­ebene u.a. durch verstärkte Informationen und durch eine stärkere Vorbildfunktion unterstützt werden. Brandenburg liegt bei diesen Aktivitäten bisher im Mittelfeld.

Im Hinblick auf die industrie- und technologiepolitische Entwicklung sollte Brandenburg die sichtbaren Anstrengungen im Forschungs- und Bildungsbereich fortsetzen. Dies sollte künftig stärker mit akti­ven Strategien zur Ansiedlung von Unternehmen aus dem Bereich Erneuerbarer Energien verknüpft werden, damit diese Techniken zunehmend auch zur Wertschöpfung in Brandenburg beitragen.“    

 

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