Biogasanlagen in Deutschland: erneuerbarer Strom für 10 % der Privathaushalte

Biogasanlagen in Deutschland: erneuerbarer Strom für 10 % der Privathaushalte

Berlin, 10. September 2010 -  In Deutschland produzieren derzeit mehr als 5.000 Biogasanlagen erneuerbaren Strom und Wärme aus Biogas. Die pro Jahr in diesen Anlagen produzierte Strommenge reicht bereits aus, um zehn Prozent der deutschen Privathaushalte rund um die Uhr mit Ökostrom zu versorgen. In 2020 werden es schon 20 Prozent der ca. 40 Millionen Haushalte in Deutschland sein. „Dies zeigt, wie viel alleine der erneuerbare Energieträger Biogas bis 2020 für eine sichere, klimafreundliche und regenerative Energieversorgung leisten kann“, betont Manuel Maciejczyk, stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas e.V.. „Zusammen mit den anderen Erneuerbaren Energien aus Wind, Wasser und Sonne schaffen wir mindestens 47 Prozent Strom aus Erneuerbaren Energien bis 2020“, so Maciejczyk.

Der Dachverband aller Erneuerbarer Energien-Branchen in Deutschland, der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE), hatte im Januar 2009 eine Studie an Bundeskanzlerin Merkel überreicht. Die umfassenden Berechnungen hatten ergeben, dass in 2020 knapp die Hälfte des deutschen Stromverbrauchs aus Erneuerbaren Energien (EE) gedeckt werden können, wenn der Ausbau der letzten Jahre fortgesetzt werde. Dieses Ziel kann mit kleinen und mittelgroßen dezentralen Energieerzeugungskapazitäten erreicht werden.

Heute haben die über 5.000 Biogasanlagen im Durchschnitt eine installierte elektrische Leistung von 0,38 Megawatt (MW). Zusammen ersetzen sie mit ihren rund 1.900 MW aber bereits anderthalb Atomkraftwerke. In 2020 werden es mehr als drei Atomkraftwerke sein, die durch Biogasanlagen ersetzt werden. Im Zusammenspiel aller Erneuerbaren Energien können in 2020 16 der 17 heute noch in Betrieb befindlichen Atomkraftwerke abgeschaltet werden, ohne dass Engpässe in der Stromversorgung auftreten. Um den Strom bereitzustellen, den die EE noch nicht beisteuern können, wird es bis zum Jahr 2020 immer wichtiger, dass flexible Kraftwerke wie z.B. Gaskraftwerke zur Verfügung stehen, um die Schwankungen der Stromerzeugung aus Wind und Sonne ausgleichen zu können. Atom- und auch Kohlekraftwerke sind zu träge für ein häufiges hoch- und runterfahren. Dies ist aus technischen, sicherheitsbedingten oder wirtschaftlichen Gründen nicht möglich. Deshalb behindern Atomkraftwerke den weiteren Ausbau der Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien, erst recht, wenn die Laufzeit nun weit über das Jahr 2020 hinaus verlängert werden sollen. Da die vorrangige Einspeisung von erneuerbarem Strom in die Netze gesetzlich im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgeschrieben ist, bleiben nur zwei Optionen: entweder Kohle- und Atomkraftwerke werden endgültig stillgelegt oder der Vorrang für Erneuerbare Energien wird eingeschränkt. Letzteres würde die Bemühungen der vergangenen 20 Jahre zum Aufbau einer dezentralen Energieversorgung aus EE zunichte machen und das bisherige Versprechen der Politiker aller Parteien, am Vorrang der Erneuerbaren nicht zu rütteln, brechen.

 

 

Kontakt:
Fachverband Biogas
Geschäftsstelle
Andrea Horbelt
Pressesprecherin
Tel. 0 81 61/98 46 63
E-Mail: andrea.horbelt@biogas.org 

 

Herausgeber:  Fachverband Biogas e.V.