Johannes Schindler
Geschäftsführer ehoche GmbH, München
"Erneuerbare Energien wirken sich auf viele Lebensbereiche aus, auf die individuelle Energieversorgung genauso wie auf die Wirtschaftsentwicklung, das globale Klima oder die internationale Politik. "
Wo sehen Sie die Erneuerbaren Energien im Jahr 2020?
Erneuerbare Energien werden bis dahin zu einem selbstverständlichen Teil des Lebens geworden sein. Sie werden konkurrenzfähig gegenüber fossilen Energien sein und die Nachfrage nach den Techniken wird enorm steigen. Deshalb erwarte ich hier einen Entwicklungssprung im kommenden Jahrzehnt, ähnlich der Computerentwicklung in den 90er Jahren. Vor allem aber werden bis 2020 die positiven Effekte der Erneuerbaren Energien spürbar - im eigenen Geldbeutel, in der Entwicklung zu einer neuen Leitbranche und durch sinkende Emissionsraten. Dies alles wird die Erneuerbaren Energien im öffentlichen Bewußtsein fest verankern und ihnen im kommenden Jahrzehnt zum Durchbruch verhelfen.
Wie wird sich Ihrer Einschätzung nach der Kraftwerkspark der Zukunft mit
Erneuerbaren Energien entwickeln?
Der Kraftswerkspark wird modularer werden. Große Kraftwerke wird es zwar im Sinn von Windparks und Geothermie- und Wasserkraftanlagen weiter geben, die zentralen Elemente der Stromversorgung werden aber "Virtuelle Kraftwerke" sein, also eine Vielzahl von perfekt aufeinander abgestimmter kleiner Stromeinspeiser aus Sonne, Biomasse, Wind und Wasser, die in ihrer Summe eine ganze Region mit Energie versorgen können.
Wie ist Ihre Position zur Laufzeitverlängerung?
Ich bin gegen eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke. Es wird ja argumentiert, dass man damit den Umstellungszeitraum hin zu Erneuerbaren Energien überbrücken will. Dieses Argument ist verlockend, aber grundfalsch. Die Erneuerbaren Energien setzen sich dann durch, wenn sie konkurrenzfähig gegenüber den fossilen Energieträgern werden, wenn sich also die sinkenden Preise der Erneuerbaren mit den steigenden Preisen der Fossilen treffen. Die Atomkraftwerke werden nun aber von den gleichen Konzernen betrieben, die auch Kohle- und Gaskraftwerke besitzen. Mit einer Laufzeitverlängerung würden diese Konzerne enorme zusätzliche Gewinne einfahren, mit denen sie ihren immer teurer werdenden Kohle- und Gasstrom künstlich billig halten könnten. Dies würde den Zeitpunkt, an dem die Erneuerbaren Energien konkurrenzfähig werden, immer weiter hinauszögern. Eine Verlängerung der Laufzeit würde also nicht helfen, einen Umstellungszeitraum zu überbrücken, sondern würde diesen verlängern und dem Durchbruch der Erneuerbaren Energien schaden.
Wie ist Ihre Position zum Ausbau Erneuerbarer Wärme?
Erneuerbare Wärme sollte immer im Verbund mit Wärmedämmung diskutiert werden. Wird der Wärmebedarf der Häuser massiv gesenkt, sind Sonnenkollektoren, Biomasseheizungen und Wärmepumpen hier eine überzeugende Alternative zu Öl- oder Gasheizungen. Gerade bei der Biomasse sollte aber auf dezentrale Lösungen geachtet werden und bei Wärmepumpen darauf, dass sie ihren Strombedarf aus regenerativen Quellen beziehen. Enormes Potenzial sehe ich bei der Wärmeversorgung in der Kraft-Wärme-Kopplung.
Welche Diskussionen über Erneuerbare Energien werden aus Ihrer Sicht das
Jahr 2009 bestimmen?
1. Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke
2. Elektromobilität
3. Je nach Ausgang der Bundestagswahl neue Diskussionen über das EEG
Womit beschäftigen Sie sich sonst noch, z.B. nach getaner Arbeit?
Haben Sie ein Laster, zu dem Sie gerne stehen?
Ich mache Sport, gehe schwimmen und joggen. Weiterhin reise ich gern.
Ein Laster? Ich mag amerikanische Sportwagen. Aber auch die wird es irgendwann mit Elektroantrieb geben.
Fachgebiete: Fotovoltaik, Solarthermie, Biokraftstoffe, Gesellschaftliche Akzeptanz der Erneuerbaren Energien, Kommunale Anwendung von Erneuerbaren Energien, Private / gewerbliche Anwendung von Erneuerbaren Energien, Politische Rahmenbedingungen und Förderung , EEG, Internetportale für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz
Presseanfragen an: Johannes Schindler, schindler@ehoche.de, 0170-2302208
Das Unternehmen
Ehoche GmbH
Helene-Mayer-Ring 14/1202
80809 München
„e hoch e - Die Energielandkarte“ ist ein neues Internet-Projekt, das die interessierte Öffentlichkeit mit der ganzen Branche verbinden soll.
Das Portal kombiniert dazu eine Suchmaschine, die sich dem Charakter dieser Branche anpasst, mit einem Kontaktnetzwerk, das dezentral funktioniert: Jeder Interessierte kann sich selbst in der passenden Rubrik anmelden (Bürger, Gemeinde, Unternehmen, Organisation, etc.), ein Profil anlegen und Angebote oder Inserate schalten. Jeder Nutzer soll auf diese Weise in kürzester Zeit die richtigen Ansprechpartner für sein Vorhaben finden und mit ihnen unkompliziert kommunizieren können.
e hoch e kann von Branchenverbänden,Organisationen und Landkreisen als neuer interaktiver Service angeboten werden. So kann in kürzester Zeit ein Medium entstehen, das die ganze Bewegung der Erneuerbaren Energien miteinander verbindet – vom Häuslebauer über den Handwerker bis hin zu idealistischen Gruppen, politischen Organisationen und internationalen Technik-Herstellern.
Tätigkeitsbereiche: Internetportal für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz
Hauptsitz: München

