Volker Friedrichsen

Vorstand BGZ Beteiligungsgesellschaft Zukunftsenergien AG, Husum

 

"Da passiert etwas ganz Großes"

 

Wann haben Sie begonnen, sich mit Erneuerbaren Energien zu beschäftigen? Gab es einen besonderen Anlass oder ein besonderes Vorbild?

Seit meiner Jugend habe ich mich stark für alle Natur- und Umweltbelange interessiert - ohne die spätere Bedeutung der regenerativen Energieformen zu erahnen und ohne dass es einen speziellen Auslöser gegeben hätte. Bis heute treibt mich die allgemeine Sorge um Umwelt und Energiefragen um.

 

Was motiviert Sie?

Schon in den ersten Monaten meiner Geschäftsführer-Tätigkeit beim Anlagenbauer Vestas zu Beginn der 1990er Jahre bemerkte ich: "Da passiert etwas ganz Großes".  Dieses Gefühl sowie die intensive geschäftliche und private Beschäftigung mit Umweltfragen, Erderwärmung und der Brisanz der zukünftigen Energieversorgung sind bis heute meine Hauptmotivation. Klar war für mich dabei vor allem in der Anfangszeit immer, dass die Windenergie nur dann eine echte Chance hätte, wenn es gelingen würde, das notwendige "große" Kapital aufzubringen. Ein Gedanke, der sich mittlerweile mehr als bestätigt hat, denkt man allein an Offshore-Projekte, deren Kapitalvolumen vergleichsweise hoch ist.

 

Wo sehen Sie die Erneuerbaren Energien im Jahr 2020?

Weltweit gibt es für die Erneuerbaren ungeahnte Möglichkeiten. Neben der Nutzung der Windenergie sieht er insbesondere in der Anwendung der Sonnenenergie, aber auch der Biokraftstoffe (sofern nicht in Konkurrenz zu Nahrungsmitteln stehend!) große Chancen. Angesichts der Endlichkeit der fossilen Quellen ist dies keine Vision, sondern schnöde Realität. Eine besondere Rolle nimmt dabei die Wasserstofftechnik ein.

 

Was muss dafür noch getan werden?

An der Speicherbarkeit der Erneuerbaren wird mit Hochdruck gearbeitet – hier werden in Kürze umsetzbare Konzepte vorliegen. Auch das Ende 2007 vorgestellte Kombikraftwerk bietet hierzu entsprechende Ansätze. Unabhängig davon muss es gelingen, die Wasserstofftechnik deutlich zu verbilligen (z.B. über Mikroben, die Methan erzeugen). Die Forschung auf diesem Gebiet ist außerordentlich wichtig und sollte unbedingt vom Bund im Interesse aller entsprechend gefördert werden. Daneben gibt es einen weiteren zentralen Aspekt: Im Zuge der Speicherung von Wind- und Sonnenenergie müssen auch die Energieversorgungsunternehmen ihren Beitrag leisten. So würde beispielsweise der Bau von Gleichstromleitungen, über die der Strom nahezu verlustfrei z.B. von Norwegen nach Sizilien transferiert werden könnte, für entsprechenden europäischen Ausgleich innerhalb des Strombedarfes sorgen. In vielen Ländern Europas sind Gleichstromleitungen eingesetzt, in Deutschland jedoch nicht. Damit dies auch ein Thema für die Energieversorgungsunternehmen wird, muss der Bau von Gleichstromleitungen politisch gewollt sein.

 

Womit beschäftigen Sie sich sonst noch, z.B. nach getaner Arbeit? Haben Sie ein Laster, zu dem Sie gerne stehen?

Natur genießen!

 

Fachgebiete: Alle Technologien der Erneuerbaren Energien, Kosten-Nutzen-Rechnung von Anlagen, Akzeptanz, Klimaschutz 

Presseanfragen an: Catrin Petersen, Tel: 04841 8944516, E-Mail: c.petersen@bgz-ag.de

Das Unternehmen

BGZ Beteiligungsgesellschaft Zukunftsenergien AG

Otto-Hahn-Straße 12-16

25813 Husum

www.bgz-ag.de

 

Die BGZ Beteiligungsgesellschaft Zukunftsenergien, kurz BGZ AG, ist eine Finanz- und Managementholding. Das Leistungsangebot reicht von der Planung und Projektierung über die Finanzierung sowie den schlüsselfertigen Bau und Betrieb von Energieerzeugungsanlagen bis hin zur technischen und kaufmännischen Verwaltung. Die größte BGZ-Tochter WKN Windkraft Nord AG ist einer der führenden turn-key Entwickler für Windparkprojekte in Europa und wurde 1990 in Husum gegründet. Mit mehr als 60 entwickelten Windparks gehört WKN AG heute zu den erfahrensten Projektierern weltweit.

Rund 75 Prozent der BGZ-Anteile sind im Privatbesitz Volker Friedrichsens, etwa 25 Prozent halten private und institutionelle Anleger im Streubesitz. Neben dem Hauptsitz in Husum ist die BGZ-Gruppe über ihre Tochtergesellschaften und Joint-Ventures in verschiedenen Ländern Europas sowie den USA international vertreten.

Die BGZ AG hat in Husum eine Vision wahr gemacht: Sie initiierte und baute im Jahr 2000 das "Haus der Zukunftsenergien". Die Idee eines Kompetenzzentrums rund um die Nutzung regenerativer Energiequellen ist damit Wirklichkeit geworden. Im Haus der Zukunftsenergien arbeiten Ingenieure, Kaufleute, Naturwissen-schaftlicher und Juristen Hand in Hand zusammen.

 

Tätigkeitsbereich: Projektierung, Entwicklung, Finanzierung und Bau von erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen (Wind-, Solar- und Bioenergie)

Hauptsitz: Husum

Standorte: Tochtergesellschaften und Joint-Ventures in: Italien, Frankreich, USA, Polen

Anzahl der Mitarbeiter: 125 (2008)