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Hintergrundinformationen

Die Erfolge des EEG

Erneuerbare Energien & Ökonomie

Branchenkonferenz

Am 24.3.2010 fand die Branchenkonferenz "20 Jahre StrEG – 10 Jahre EEG –wie weiter?", veranstaltet von der Agentur für Erneuerbare Energien e.V. und dem Bundesverband Erneuerbare Energien e.V. statt. Die Präsentationen und Fotos der Veranstaltung finden Sie hier.

 

Die Grundprinzipien des EEG

Investitionssicherheit durch garantierte Einspeisevergütung und Anschlusspflicht: Jede Kilowattstunde, die aus Erneuerbare-Energien-Anlagen erzeugt wird, muss abgenommen werden. Anlagenbetreiber erhalten in der Regel 20 Jahre lang eine technologiespezifische garantierte Vergütung für ihren
Strom. Insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen wird so ein neuer Zugang zum Strommarkt eröffnet.

Innovation durch sinkende Vergütung: Eine regelmäßige Absenkung der Vergütungssätze (Degression) für Neuanlagen übt Kostendruck auf die Hersteller aus. So werden die Technologien immer effizienter und kostengünstiger.

Keine Belastung der Staatskasse: Noch ist die Förderung erneuerbaren Stroms notwendig. Die EEG-Vergütungssätze machen aber transparent, was Strom aus Wind- und Wasserkraft, Solar- und Bioenergie sowie Erdwärme tatsächlich kostet. Anders als bei fossilen Energien kommen keine versteckten Folgen wie Umwelt-, Klima- und Gesundheitsschäden dazu. Die Mehrkosten der regenerativen Stromerzeugung sind aber keine Subventionen, denn sie werden nicht aus Steuermitteln bezahlt. Vielmehr wird die Förderung nach dem Verursacher-Prinzip auf die Verbraucher verteilt: Wer viel Strom verbraucht, zahlt auch mehr. Der Aufbau einer sicheren und sauberen Stromversorgung kostet zunächst Geld – aber mit dem EEG werden Ausgaben so gering wie möglich gehalten. Die volkswirtschaftlichen Gewinne des EEG wie vermiedene Importe, Klima- oder Umweltschäden, überwiegen diese Kosten.

Die Geschichte des EEG


20 gute Gründe für die Förderung Erneuerbarer Energien

Innovative Technik.

Innovative Technik.

Deutsche Unternehmen sind in vielen Bereichen der Erneuerbaren Energien Weltmarktführer. Das liegt auch an einem einzigartigen Forschungsumfeld – von der Grundlagenforschung an Hochschulen bis hin zu den Entwicklungsabteilungen der Unternehmen. Entsprechend wird die Forschung gefördert: Im vergangenen Jahr hat das Bundes­umwelt­ministerium die Forschung zu Erneuerbaren Energien mit insgesamt 109,5 Mio. Euro unterstützt. Die Forschungausgaben fördern innovative Projekte - von hocheffizienten Photovoltaikzellen über solarthermische Kraftwerke bis hin zur Messtechnik für Windenergieanlagen auf hoher See. Mehr als 60 Prozent der Projekte erfolgt mit einer finanziellen Beteiligung von Unternehmen. Ohne Förderung von Pilotprojekten und Grundlagen würden viele neue Technologien nie das Licht der Welt erblicken - und der deutschen Wirtschaft viele Chancen auf neue Märkte entgehen.

Bundesumweltministerium: Innovation durch Forschung

Interaktiver Forschungsatlas

Neue Wirtschaftskraft trotz Flaute.

Neue Wirtschaftskraft trotz Flaute.

Während die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr einbrach, sorgten die Erneuer­baren Energien für Aufwind. Die Investitionen in Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien in Deutschland stiegen 2009 auf mehr als 20 Milliarden Euro. Hinzu kamen Umsätze aus dem Betrieb und der Wartung der Anlagen in Höhe von 17 Milliarden Euro.

Die Förderung von regenera­tivem Strom, Heizungstechnik und Biokraftstoffen stößt diese Innovationen an. Jeder Euro vom Staat löst aber ein Vielfaches an privaten Investitionen aus. Diese schaffen Wertschöpfung vor Ort, die der gesamten Volks­wirtschaft zugute kommt – in Form von Einkommen, Arbeitsplätzen oder Steuereinnahmen.

In Zeiten der Flaute sehen auch deutsche Mittel­ständler in den Erneuerbaren Energien einen wichtigen Wirtschafts­faktor: In einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 mittelständischen Unter­nehmern und Führungskräften bescheinigte ihnen die Mehrheit eine große Zukunftsfähigkeit. 

Bundesumweltministerium: Erneuerbare Energien haben 2009 Position ausgebaut

 

Umfrage Forschungsstelle Mittelständische Wirtschaft (Universität Marburg): Einschätzung der Branche der Erneuerbaren Energien (2008)

 

Wohlstand heißt Verantwortung

Wohlstand heißt Verantwortung

Unser Wohlstand beruht zum großen Teil auf der Verfügbarkeit von günstiger Energie und billigen Rohstoffen. Die Förderung von Erdöl und Erdgas, Kohle und Uran hatte in den vergangenen Jahrzehnten aber auch negative Auswirkungen. Der Klimawandel ist nur eine von ihnen. Die Industriestaaten sind dafür in besonderem Maße verantwortlich: der Pro-Kopf-Ausstoß an Treibhausgasen liegt hierzulande fünfmal höher als beispielsweise in Indien. Von den Folgen des Klimawandels wie Ernteausfälle, Naturkatastrophen oder Krankheiten sind die Ent­wicklungsländer besonders betroffen. Und auch nachfolgende Genera­tionen bekommen die Folgen der heutigen Energieversorgung zu spüren. Steigende Preise, verschmutzte Luft, Böden und Gewässer, fehlende Endlager für radioaktiven Müll – das sind die Probleme, die wir unseren Kinder ver­erben.

Die Förderung von Erneuerbaren Energien sorgt genau hier für eine Umsteuern. Denn Wind- und Sonnenenergie, Biomasse, Wasserkraft und Geothermie machen unabhängig von endlichen Ressourcen. Sie setzen keine (oder deutlich geringere) Mengen an Treibhausgasen und Schadstoffen frei. In vielen Ländern ohne funktionierende Stromnetze sind sie die einzige Möglichkeit, der Bevölkerung Zugang zu Energie und damit zu wirtschaftlicher Entwicklung zu schaffen. Im Interesse unserer Nachbarn und unserer Kinder können wir es uns nicht leisten, auf Erneuerbare Energien zu verzichten.

Günstige Technik dank Serienproduktion.

Günstige Technik dank Serienproduktion.

Die Förderung von Erneuerbaren Energien sorgt dafür, dass Innovationen Serienreife erreichen. Damit werden sie immer günstiger - während die Preise für Erdöl, Erdgas und Co nach oben schnellen. Durch die Schaffung eines breiten Absatz­marktes werden Lern- und Skaleneffekte möglich, die Technik wird damit effizienter und deutlich billiger. Seit 1990 haben sich die Erzeugungskosten einer Kilowattstunde aus Solar-, Windenergie oder Biomasse­anlagen durch­schnittlich halbiert.

 

Die Mehrheit ist dafür.

Die Mehrheit ist dafür.

78 Prozent der Befragten wünschen sich ihren Strom aus Erneuerbaren Energien. Erdgas liegt bei der Beliebtheit der Energieträger bei 9 Prozent, Atomkraft bei 6 Prozent und Kohle bei 2 Prozent. Das hat eine forsa-Umfrage von Anfang des Jahres ergeben. Das Meinungs­forschungs­­­institut befragte mehr als 4800 zufällig ausgewählte Personen. Die meisten Befürworter gibt es in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg (86 bzw. 81 %) – die wenigsten in Mecklenburg-Vorpommern (66 %). Auch der Förderung Erneuerbarer Energien steht die Mehrheit positiv gegenüber. Drei Viertel der Befragten findet, dass die Unter­stützung auf gleichem Niveau bleiben sollte.

Forsa-Umfrage: Zustimmung zu Erneuerbaren Energien (2010)

Effektiver Klimaschutz

Effektiver Klimaschutz

Die Europäische Union hat sich verpflichtet, bis 2020 den Ausstoß von klima­schädlichen Treibhausgasen um 20 Prozent zu senken. Deutsch­land will dafür den Kohlendioxid-Ausstoß um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 senken. Ohne die konsequente Förderung der Erneuerbaren Energien sind diese Ziele nicht zu erreichen.

Jedes Jahr vermeiden Wind- und Wasserkraft, Solar- und Bioenergie sowie Geothermie mehr als 110 Millionen Tonnen CO2. Damit sind sie Klimaschützer Nummer 1. Andere Instrumente haben bisher nur unzu­länglich gegriffen. Der Handel mit Emissionszertifikaten setzt zwar europaweite Minderungsziele. Er löst aber zunächst nur die aktuell kosten­günstigsten Klimaschutzmaßnahmen aus, beispielsweise die Kraft-Wärme-Kopplung oder die Optimierung von fossilen Kraftwerken.

Diese Maßnahmen sind zwar sinnvoll und wichtig, jedoch in ihrer Reich­weite begrenzt. Damit die Klimaschutzziele erreicht werden, ist ein grund­sätzlicher Umbau des Stromversorgungssystems in Richtung Erneuerbarer Energien erforderlich. Förderungsinstrumente wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz gehen in Vorleistung und sorgen dafür, dass sich klimafreundliche Technologien schon heute in ihrer ganzen Breite etablieren können.

 

Unerschöpfliches Potenzial

Unerschöpfliches Potenzial

Erneuerbare Energien stehen nach menschlichen Maßstäben unbegrenzt zur Verfügung. Der jährliche Weltenergieverbrauch wird theoretisch durch die einfallende Sonnenstrahlung mehr als 2800-mal gedeckt. Die natürlich verfügbare Windenergie liegt 200-mal über dem weltweiten Bedarf, Bioenergie noch 20-mal darüber. Das Angebot Erneuerbarer Energien ist also groß. Damit es auch genutzt wird, werden moderne und effiziente Technologien gefördert.

Fossile Rohstoffe wie Erdöl, Erdgas und Uran sind dagegen begrenzt. Der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zufolge ist das globale Maximum der Erdöl-Förderung spätestens 2020 erreicht. Andere Wissenschaftler schätzen, dass der Förderhöhepunkt (Peak Oil) bereits überschritten ist. Das führt zu steigenden Preisen: Die Inter­nationale Energieagentur rechnet in ihrem aktuellen World Energy Outlook bis 2030 mit einem Erdöl-Preis von 190 Dollar pro Barrel. Erneuerbare Energien sind dann günstig und weithin verfügbar – dank der Förderung von heute.  

Mehr Bürgerbeteiligung.

Mehr Bürgerbeteiligung.

Mit Erneuerbaren Energien kann jeder Bürger Kraftwerksbetreiber werden. Ohne die Förderung der Erneuerbaren Energien wäre das nicht möglich. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz oder das Marktanreizprogramm machen Investitionen leichter - durch eine garantierte Abnahme des Stroms oder durch Zuschüsse beim Kauf einer erneuerbaren Heizung.

Mit einer Solaranlage, einem Scheitholz- oder Holzpelletofen oder einer Wärme­pumpe wird das eigene Haus zum Energieerzeuger. Aber auch ohne Eigenheim kann man sich an der Energieversorgung von heute beteiligen: Bürgerwindparks oder Bürgersolaranlagen beispielsweise erlauben es, auch niedrige Beträge anzulegen. Auch der Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter geht schnell und einfach. Nachbarn, Freunde und Familie werden so zu „Investoren“ in eine nachhaltige Energieversorgung vor Ort.

 

Forschung allein reicht nicht

Forschung allein reicht nicht

Deutschland ist ein Land der Tüftler und Erfinder. Das zeigt ein Blick auf die mehr als 50.000 Patentanmeldungen im vergangenen Jahr. Aber nur ein kleiner Teil der Innovationen findet schafft es in die Serien­ferti­gung. Um gegen bereits etablierte Techno­lo­gien und Marktakteure zu be­stehen, bedarf es einer Förderung, die über Grundlagenforschung und Pilotprojekte heraus geht. Das ist auch bei den Erneuerbaren Energien so.

Seit den 1970er Jahren stellt die Bundesregierung die Entwicklung For­schungs­mittel dafür bereit, die Energieversorgung sauberer und unabhängiger zu machen. Aber erst gesetzliche Rahmenbedingungen wie das Erneuer­bare-Energien-Gesetz oder das Marktanreizprogramm haben die Erneuerbaren Energien aus der Nische herausgeholt und in den Massen­markt gebracht. Mit Erfolg: In der Wind­energie hat sich zum Beispiel die mittlere Anlagen­leistung binnen 20 Jahren mehr als ver­zwölffacht – zugleich sank der Preis pro erzeugter Kilowattstunde um mehr als die Hälfte. Von der Photo­voltaik über Bio­gas­anlagen bis hin zu Holz­pellet­heizungen – nahezu alle Techno­lo­gien haben in den ver­gangenen Jahren erhebliche technische Fort­­schritte und drastische Kostensenkungen geschafft.

Gutachten: Innovationsentwicklung der Erneuerbaren Energien