Erneuerbare Energien schützen das Klima

Das Verfeuern der fossilen Energieträger Erdöl, Kohle und Erdgas führt zum Ausstoß riesiger Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2). Dadurch erwärmt sich die Erdatmosphäre, verbunden mit katastrophalen Folgen für Mensch und Natur. Bereits seit 1988 untersucht der Weltklimarat (IPCC) im Auftrag der Vereinten Nationen Ursachen, Folgen und Lösungsmöglichkeiten für den globalen Klimawandel. Das aus den weltweit führenden Klimaforschern zusammengesetzte Gremium hat die Welt zuletzt im Frühjahr 2007 mit seinem „Vierten Sachstandsbericht zum Klimawandel“ wachgerüttelt. Darin warnen die Wissenschaftler so einhellig und eindringlich wie nie zuvor vor den Folgen des anthropogenen, das heißt vom Menschen gemachten Klimawandel. Nach Einschätzung des IPCC muss sich der weltweite CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2050 halbieren, um die schlimmsten Klimaschäden zu verhindern. Für die Industrieländer bedeutet das eine Minderung von 80 Prozent. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Erdöl, Erdgas und Kohle konsequent durch Erneuerbare Energien abgelöst werden.

Deutschland ist auf diesem Weg schon ein gutes Stück vorangekommen. Bei einem Anteil von 10,4 Prozent am Verbrauch von Strom, Wärme und Kraftstoffen haben Erneuerbare Energien im Jahr 2009 insgesamt 108 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen vermieden. Das entspricht etwa dem Ausstoß von 27 Kohlekraftwerken.

Im „Nationalen Aktionsplan für erneuerbare Energie“ vom August 2010 rechnet die Bundesregierung für das Jahr 2020 mit einem Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch von 19,6 Prozent. Im Stromsektor werde der Anteil voraussichtlich 38,6 Prozent, im Wärme- und Kältesektor 15,5 Prozent und im Verkehrssektor 13,2 Prozent betragen. Dadurch können schätzungsweise ca. 215 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden.

Die Branche der Erneuerbaren-Energien hat sich in Bezug auf das Jahr 2020 sogar noch ehrgeizigere Ziele gesetzt: Sie will dann jährlich 287 Millionen Tonnen CO2 einsparen (Branchenprognose 2009).

Klimaschutz durch Erneuerbare Energien im Stromsektor

Im Durchschnitt lag der CO2-Ausstoß im deutschen Strommix 2009 bei 575 Gramm pro erzeugte Kilowattstunde (UBA 2010). Im Vergleich zu 1990 ist das schon ein beachtlicher Erfolg. Damals lag der Wert bei 744 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. Hier zeigt sich die Klima schützende Wirkung der Erneuerbaren Energien, deren Anteil im betreffenden Zeitraum von 3 auf 16 Prozent stieg. Strom aus Erneuerbaren Energien hat im Jahr 2009 den Ausstoß von 68,5 Millionen Tonnen CO2 vermieden. 54 Millionen Tonnen davon entfielen allein auf die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergüteten Strommengen.

Klimaschutz durch Erneuerbare Energien im Wärmesektor

In Haushalten und Betrieben kann bei der Wärmeversorgung einfach und günstig CO2 eingespart werden. Zum einen können geeignete Effizienzmaßnahmen den Verbrauch fossiler Energien erheblich verringern. Zum anderen ist auch hier der Einsatz Erneuerbarer Energieträger sinnvoll und wird seit dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) seit 2009 schrittweise Pflicht.

Solarwärme, Erdwärme und Bioenergie trugen im Jahr 2009 8,8 Prozent zu unserer Wärmeversorgung bei und ersparten der Erdatmosphäre damit rund 31 Millionen Tonnen CO2. Die Verpflichtung aus dem EEWärmeG, den Wärmebedarf von Neubauten anteilig aus Solarenergie, Biomasse oder Erdwärme zu decken, wird diesen Beitrag künftig wachsen lassen. Darüber hinaus wird das Heizen mit Erneuerbaren Energien durch das Marktanreizprogramm gefördert. Erste Bundesländer haben sogar weiter gehende Regelungen als im EEWärmeG vorgesehen, was die Nutzung Erneuerbarer Energien auch im Gebäudebestand betrifft.

Klimaschutz durch Erneuerbare Energien im Verkehrssektor

Im Jahr 2009 hatten Biokraftstoffe einen Anteil von 5,5 Prozent am Kraftstoffverbrauch. Durch den Ersatz von Benzin und Diesel wurden insgesamt 8 Millionen Tonnen CO2 vermieden. Die gesetzliche Grundlage für den Einsatz von Biokraftstoffen ist das Biokraftstoffquotengesetz. Durch eine verstärkte Förderung der Erneuerbaren Energien im Verkehrssektor und den Einstieg in die Elektromobilität könnte laut Prognose der Erneuerbare-Energien-Branche (BEE/AEE 2009) der Anteil der Erneuerbaren Energien bis 2020 auf knapp 19 Prozent wachsen.

Literatur

  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU): Erneuerbare Energien in Zahlen. Nationale und Internationale Entwicklung. Berlin, August 2010.
  • Deutsche Bundesregierung: Nationaler Aktionsplan für erneuerbare Energie gemäß der Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen, Berlin, August 2010
  • Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE): Wege in die moderne Energiegesellschaft – Anforderungen an eine zukunftsfähige Energiepolitik bis 2020. Berlin, September 2009
  • Umweltbundesamt (UBA): Entwicklung der spezifischen Kohlendioxid-Emissionen des deutschen Strommix 1990-2008 und erste Schätzung 2009. Berlin, Stand März 2010