Fragen und Antworten zur Sonnenergie

Wie werden sich die Kosten für Photovoltaik-Anlagen entwickeln? 

Scheint genug Sonne in Deutschland, damit eine Solaranlage sinnvoll ist?

 

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Wann wird Solarstrom wirtschaftlich?

Oft werden die Erzeugungskosten von Solarstrom nicht mit den konventionellen Stromerzeugungskosten verglichen, sondern mit dem Strompreis, den der Endverbraucher "frei Steckdose" zahlt. Das hat gute Gründe.

Solarstrom hat im Vergleich zu Anlagen wie Biomassekraftwerken oder Windenergieanlagen die Besonderheit, dass er direkt dort erzeugt wird, wo er verbraucht werden könnte. Photovoltaikanlagen werden zu mehr als 90 Prozent auf Gebäuden angebracht. Die Eigentümer oder Mieter der Gebäude beziehen in der Regel Strom zu normalen Endkundentarifen. Derzeit kostet die Kilowattstunde Strom rund 20 Cent. Seit Jahren steigt dieser Preis an, aktuell (im Juni/Juli 2008) heben nach Angaben des Informationsdienstes Verivox gerade wieder viele Stromversorger ihre Tarife um vier Prozent an. Demgegenüber sinken die Preise für Solarstrom aufgrund der jährlich sinkenden Vergütung. Damit kommt es irgendwann zur sogenannten "grid parity", dem 

Schnittpunkt mit dem Endverbraucher-Strompreis, etwa um das Jahr 2015. Das ist der Zeitpunkt, ab dem es sich für den normalen Tarifkunden rechnet, Solarstrom nicht mehr einzuspeisen und die gesunkene Vergütung zu erhalten, sondern im eigenen Haushalt zu verbrauchen und damit teureren Strom aus der Steckdose einzusparen.

Das gilt natürlich für Solarstrom, der verbrauchsnah erzeugt wird, nicht für Freiflächenanlagen. Hausbesitzer werden ihre PV-Anlage entsprechend ihrem Stromverbrauch dimensionieren und nicht mehr nach EEG einspeisen. Wenn keine Einspeisung ins öffentliche Netz erfolgt, entfallen für den selbst erzeugten und verbrauchten Solarstrom sämtliche Netznutzungsentgelte und Steuern. Die übrige Strommenge, vor allem der nächtliche Bedarf, wird weiter aus dem Netz bezogen. Bekanntermaßen fällt der größte Stromverbrauch tagsüber an, was sich gut mit den PV-Erzeugungsspitzen deckt. Damit kommt man auf einen hohen Anteil solarer Eigenversorgung. Der Anteil lässt sich weiter steigern, wenn man Geräte wie Wasch- und Spülmaschinen gezielt auf die Zeiten mit dem meisten Solarstrom programmiert. Für den Großteil der PV-Anlagen auf Wohn-, Gewerbe- oder Verwaltungsgebäuden bestimmt also in naher Zukunft der Endverbraucherstrompreis die Wirtschaftlichkeit.   

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Wie werden sich die Kosten für Photovoltaik-Anlagen entwickeln?

Ein wichtiger Faktor für sinkende Anlagenpreise ist die Degressionsvorgabe im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Es legt fest, dass jedes Jahr die Vergütung für Solarstrom um einen bestimmten Prozentsatz sinkt. Damit werden die Hersteller zu niedrigeren Kosten, mehr Effizienz und Innovationen angeregt. Bisher betrug die jährliche Degression 5 Prozent. Das heißt, dass unter der Berücksichtigung der Inflationsrate Solarstrom jährlich 7 Prozent billiger erzeugt werden musste. An welcher Stelle der Wertschöpfung die Kostendegression erreicht wird, gibt das EEG nicht vor. Theoretisch könnten damit die PV-Anlagenpreise gleich bleiben, dafür würden dann die Margen des Großhandels, der Handwerker oder der Betreiber sinken. Praktisch liegen die Kostensenkungsmöglichkeiten aber lediglich auf der Produktionsebene, da bei Handwerkern und Betreibern kaum an der Kostenschraube gedreht werden kann. Inzwischen sind die Anlagenpreise daher bereits gesunken.

Unabhängig davon, wie hoch die Degression im Detail ausfällt, besteht immer ein Anreiz für Kostensenkungen auf der Herstellerseite. Durch Innovationen, höhere Wirkungsgrade, Materialeinsparung und kosteneffizientere Produktion lassen sich die Gewinnmargen steigern. Das betriebswirtschaftliche Kalkül und eine längerfristige Ausrichtung sorgen also bei den Herstellern für technischen Fortschritt.

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Scheint genug Sonne in Deutschland, damit eine Solaranlage sinnvoll ist?

In unseren Breiten liegt die Sonneneinstrahlung pro Quadratmeter zwischen 900 und 1200 Kilowattstunden. Das ist zwar weniger als in Südeuropa – es lohnt sich aber dennoch, die Energie der Sonne zu nutzen. Natürlich müssen für den Einsatz einer Photovoltaikanlage bestimmte Standorteigenschaften berücksichtigt werden: das Dach sollte nach Süden ausgerichtet sein, es darf nicht durch Bäume oder andere Gebäude verschattet werden. Ansonsten steht dem Einsatz einer Photovoltaikanlage aber nichts im Wege. Wer Solarstrom erzeugt und in das Netz einspeist, erhält über 20 Jahre eine feste Einspeisevergütung, die über den normalen Stromkosten liegt. Dieser Satz erlaubt es, eine Solaranlage auch hierzulande wirtschaftlich zu betreiben. Ziel der Förderung ist es, die Marktfähigkeit dieser klimafreundlichen Technologie weiter voran zu bringen. In wenigen Jahren werden die Kosten pro Kilowattstunde gleichauf mit den Kosten für den Strompreis „ab Steckdose“ liegen. Dann lohnt es sich auch ohne die jetzige Unterstützung, den erzeugten Strom selbst zu nutzen und nicht mehr wie heute in das Netz einzuspeisen.

 

Hier können Sie Kosten und Nutzen einer eigenen Photovoltaikanlage berechnen:

http://www.solarfoerderung.de/solar_css/_start.cfm

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