Innovative Technologien für Strom aus Biomasse

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) unterstützt den Einsatz innovativer Technologien und der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) mit einem Bonus bei der Vergütung.

Mit Hilfe des Technologiebonus konnte zum Beispiel die ORC-Technik (Organic Ranking Cycle) bereits etabliert werden. Die ORC-Technik basiert zunächst genauso wie konventionelle Dampfkraftwerke auch auf einem Dampfprozess. Der Unterschied besteht darin, dass im ORC-Prozess nicht Wasserdampf, sondern der Dampf eines niedrig siedenden Silikon-Öls die Turbine antreibt. Weil dabei die Drücke und Temperaturen geringer sind, entfallen die bei Hochdruckanlagen üblichen Vorschriften für Ausrüstung und Betrieb der ORC-Anlagen. Dadurch fallen die Investitionskosten niedriger aus, was auch KWK-Anlagen unter 2 Megawatt elektrischer Leistung (MWel) rentabel macht. Die heutigen ORC-Anlagen arbeiten meist im Leistungsbereich bis 1,5 MW.

Unter den kleinen BHKW hat der Stirlingmotor-BHKW für dezentrale Standorte Chancen. Das Institut für Zukunftsenergiesysteme (IZES) will die Praxistauglichkeit dieser Technologie unter Beweis stellen. Zwei Anlagen sollen in zwei Heizperioden erstmals fundierte Erkenntnisse zum Dauerbetrieb mit Biomasse liefern. Die Wissenschaftler wollen nicht nur die technischen Probleme bei der Strom- und Wärmeerzeugung aus biogenen Festbrennstoffen lösen. Ziel ist es auch, die Emissionen zu reduzieren, damit die Anlage genehmigungsfähig wird. Dann sollen Scheitholz und Holzpellets nicht nur beim Heizen zum Einsatz kommen, sondern auch bei der effizienten gekoppelten Strom- und Wärmeerzeugung.

Bei der Holzvergasungstechnik wird Holz zunächst verschwelt. Das Schwelgas kann dann in einem BHKW, meist mit Zündstrahlmotor, verbrannt werden. Die Holzvergasung gilt als Zukunftstechnologie, weil sie gegenüber anderen Techniken einen fast doppelt so hohen elektrischen Wirkungsgrad hat. Auch wenn die ersten Anlagen in Betrieb sind, konnte sich diese Technik bislang allerdings trotz Technologiebonus noch nicht etablieren, weil sie momentan noch nicht wirtschaftlich ist.