Stoffstromanalyse zur nachhaltigen energetischen Nutzung von Biomasse

Die Studie zur Stoffstromanalyse des Biomassepotenzials in Deutschland, in Auftrag gegeben vom Bundesumweltministerium im Jahr 2004, geht davon aus, dass auch unter Berücksichtigung der Ansprüche des Naturschutzes die Fläche zum Anbau von Energiepflanzen im Vergleich zum Basisjahr 2000 bis 2030 auf 4,4 Mio. ha ausgedehnt werden könnte. Der Anteil der Biomasse würde dann 16 % an der Strom-, 10 % an der Wärme- und 12 % an der Kraftstoffproduktion erreichen.

Woher kommen die 4,4 Mio. ha für Energiepflanzen?

Die Stoffstromanalyse des BMU geht bei der Ermittlung des Flächenpotenzials in Deutschland grundsätzlich u.a. davon aus, dass

  • die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln Ziel ist,
  • die Waldfläche erhalten bleibt,
  • die Bevölkerungszahl zurückgeht und dass
  • Stilllegungsflächen für den Anbau von Energiepflanzen genutzt werden können.

 

Im Biomasse-Szenario bis 2030 gehen insbesondere die Getreide- und Zuckerrübenproduktion sowie die Milch- und Rindfleischproduktion aufgrund der EU-Agrarreformen sowie sinkender Exporte zurück. Der Flächenverbrauch wird leicht gebremst, d.h. der Bedarf an Siedlungs- und Verkehrsflächen reduziert das Flächenpotenzial für Energiepflanzen nur leicht.

 

Stoffstromanalyse des Bundesumweltministeriums, Zusammensetzung des Flächenpotenzials im Szenario „Biomasse“

Reduktion der Getreide-, Zuckerrüben, Milch- und Rindfleischproduktion auf Selbstversorgungsgrad

   

3,5 Mio. ha

Flächenbedarf für Naturschutzziele

-0,4 Mio. ha

freiwerdende Flächen aus Flächenstilllegung

1,1 Mio. ha

Flächenverbrauch durch Siedlungs- und Verkehrsflächen

-0,3 Mio. ha

Grünlandflächen für Biomasseproduktion zur energetischen Nutzung

0,5 Mio. ha

gesamtes Flächenpotenzial


4,4 Mio. h

Quelle: Öko-Institut

 

Addiert man zu den Agrarrohstoffen, die für energetische Zwecke genutzt werden, die land- und forstwirtschaftlichen Reststoffe, so reichen diese Bioenergiepotenziale in Deutschland aus, um bis Mitte des Jahrhunderts rund 25 % des einheimischen Endenergieverbrauchs zu decken.

 

Die Studie kann als PDF heruntergeladen werden.