Wärme aus Biomasse: Marktentwicklung 2009

Bis 2020 wird ein Anstieg des Anteils der Bioenergie am Wärmeverbrauch von 7,7% auf 13% prognostiziert.

Bei der Erzeugung von Wärme ist die Biomasse seit jeher wichtigster erneuerbarer Energieträger. Erneuerbare Energien trugen 2009 mit 8,8 % zum deutschen Wärmeverbrauch bei (2008: 7,4 %). Bioenergie alleine deckte 2009 rund 8 % des Wärmeverbrauchs ab (2008: 6,8 %). Die Wärmeerzeugung aus Biomasse stieg von 97,1 Mrd. kWh im Jahr 2008 auf 105,3 Mrd. kWh im Jahr 2009.

Die Branchenprognose der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) und des Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) erwartet bis zum Jahr 2015 einen Anstieg des Anteils der Bioenergie am Wärmeverbrauch auf ca. 10 % bzw. bis zum Jahr 2020 auf ca. 13 %.

Fast 60 % der Wärmeerzeugung auf Basis von Biomasse (58 Mrd. kWh) erfolgt durch das Verbrennen von fester Biomasse (überwiegend Scheitholz, zunehmend auch Holzpellets) in den Kaminen, Holzöfen und Holzpelletheizungen von Privathaushalten. Rund 25 % aller Privathaushalte in Deutschland verfügen über Kleinstfeuerungsanlagen, die mit Holz heizen können.

Feste Biomasse, d.h. Holz, wird auch in der Industrie für die Wärmeerzeugung genutzt. 2009 wurden 13,9 Mrd. kWh Wärme aus fester Biomasse in der Industrie erzeugt.

Mit Holz befeuerte Heiz- bzw. Heizkraftwerke erzeugen dagegen nur 5,9 Mrd. kWh Wärme (5,8 % der gesamten Wärme aus Bioenergie).

Nur ein geringer Anteil der Wärme aus Biomasse wird nicht aus Holz, sondern aus gasförmiger und flüssiger Biomasse (Biogas und Pflanzenöl) in Blockheizkraftwerken (BHKW) in Kraft-Wärme-Koppelung gewonnen. Biogas und andere gasförmige Biomasse wie z.B. Klärgas lieferte 2009 insgesamt 10,2 Mrd. kWh Bioenergie-Wärme (2008: 8,8 Mrd. kWh). Flüssige Biomasse (Pflanzenöle) lieferte 7,7 Mrd. kWh Bioenergie-Wärme (2008: 7,7 Mrd. kWh). Der Anteil von Biomasse im Abfall, der in Müllverbrennungsanlagen für die Wärmeerzeugung genutzt wird, steuerte 2009 9,4 Mrd. kWh Bioenergie-Wärme bei (2008: 5,0 Mrd. kWh).

 

Wärme aus Bioenergie 2009: Private Holznutzung dominiert

Bioenergieträger

bereitgestellte Wärme in Mrd. kWh

Anteil am Gesamtwärme verbrauch (in %)

biogene Festbrennstoffe (Haushalte)

58,0

4,4%

biogene Festbrennstoffe (Industrie)

13,9

1,1%

biogene Festbrennstoffe (Heizkraftwerke)

6,1

0,5%

Biomasse gasförmig

10,2

0,8%

Biomasse flüssig

7,7

0,6%

biogener Anteil Abfall

9,4

0,7%

105,3

8,1%

 

 

Durch den Anstieg der fossilen Brennstoffpreise ist auch der Absatz von Heizungen, die Bioenergie - d.h. vor allem den kostengünstigen heimischen Energieträger Holz - nutzen, stark gewachsen. Im Jahr 2009 wurden in Deutschland insgesamt rund 638.000 neue Wärmeerzeuger verkauft. Biomasse-Heizungen hatten dabei einen Marktanteil von 4,3 %. Der Absatz der Biomasse-Festbrennstoffkessel ging allerdings gegenüber 2008 um rund ein Viertel zurück, während Erdöl-Heizungen ihren Marktanteil steigern konnten. Insgesamt schätzt der Branchenverband BDH die Zahl der zentralen Biomasse-Heizungsanlagen im Jahr 2008 auf ca. 700.000 Stück.

Die wachsende Bedeutung von Biomasse-Heizungen an den neu installierten Heizungsanlagen ist im vergangenen Jahrzehnt vor allem auf die steigende Nachfrage bei Holzpelletheizungen zurückzuführen. Im Jahr 2000 gab es erst 3.000 Pelletheizungen. 2009 wurden 20.000 neue Holzpelletheizungen in Deutschland installiert, womit deren Zahl auf insgesamt 125.000 stieg. Der Zubau lag etwas unter dem Zubau des Jahres 2008, als insgesamt 22.000 neue Holzpelletheizungen installiert wurden. Zum Vergleich: Die Zahl der Holzheizungen in privaten Haushalten wird auf rund 9 Mio. Kleinfeuerungskessel (Kaminöfen, Kachelöfen, sonstige Holz-Einzelfeuerstätten) geschätzt.

Holzpellet-Heizungen sind die sauberste und effizienteste Form des Heizens mit Holz für Ein- und Mehrfamilienhäuser, wenn diese nicht über einen Anschluss an ein Nahwärmenetz verfügen.

Im gewerblichen Bereich tragen insgesamt über 72.600 Holzheizungen mit einer Leistung von bis zu 0,5 Megawatt (MW) zur Wärmeerzeugung bei. Hinzu kommen rund 1.100 Biomasse-Heizkraftwerke mit einer Leistung von über 0,5 MW, die z.B. Nahwärmenetze durch das Verfeuern von Holz versorgen.

Die Wärmeerzeugung aus Biomasse ist von 3,5 % Anteil an der Wärmeversorgung im Jahr 2000 auf einen Anteil von 8,1 % im Jahr 2009 gestiegen. Die noch relativ geringen Anteile der Wärmeerzeugung aus gasförmiger und flüssiger Biomasse (Biogas, Pflanzenöl) in Blockheizkraftwerken sind überdurchschnittlich gestiegen. Der Anreiz zum Ausbau der Stromerzeugung aus Biomasse in Kraft-Wärme-Koppelung durch die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) führte 2009  zu einer verstärkten Nutzung der Abwärme von Biogas-BHKW. Die Wärmeerzeugung aus Pflanzenöl-BHKW stagnierte angesichts relativ hoher Pflanzenölpreise.

Der Anreiz zum Umstieg auf alternative Brennstoffe zur Wärmeversorgung wird sich mit den absehbar weiter steigenden Preisen für Öl und Gas weiter verstärken.

Wärme aus Biomasse sparte 2009 insgesamt 29,5 Mio. t CO2 ein (2008: 27,3 Mio. t).

 

Quellen:
- Bundesindustrieverband Haus-, Energie- und Umweltechnik (BDH): Trends und Herausforderungen im Wärmemarkt. Jahrespressekonferenz, Januar 2010.

- Bundesumweltministerium: Entwicklung der Erneuerbaren Energien in Deutschland im Jahr 2009, März 2010.

- Deutsches Biomasse-Forschungszentrum: Monitoring zur Wirkung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) auf die Stromerzeugung aus Biomasse, März 2008; März 2009.