Windenergie auf See (Offshore)
Mit „Offshore-Windenergie“ bezeichnet man die Stromerzeugung aus Windkraft auf dem Meer. In Nord- und Ostsee stehen bereits Offshore-Windparks in den Gewässern Dänemarks, Großbritanniens, Schwedens und der Niederlande. Sie sind durch Seekabel mit dem Stromnetz verbunden.
Die hohen durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten auf See ermöglichen große Energiepotenziale. Künftig sollen Offshore-Windenergieanlagen auch in Deutschland einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung leisten. Die Bundesregierung hält 20.000 bis 25.000 Megawatt Leistung bis 2030 für möglich. Der damit mögliche jährliche Stromertrag wird auf 85 TWh geschätzt. Durch die Anhebung der Vergütungssätze in der EEG-Novelle vom 1.1.2009 sind die Weichen für einen zügigen Ausbau gestellt. Die höheren Kosten bei der Errichtung und bei der Wartung von Offshore-Anlagen können durch die neuen Einspeisetarife gedeckt werden. Die Kosten für den Netzanschluss müssen zudem vom Netzbetreiber übernommen werden.
Seit Dezember 2009 gilt auch die Verordnung zur Raumordnung in der AWZ. Diese regelt die verschiedenen Ansprüche von potenziellen Nutzern auf Gebiete der AWZ und definiert beispielsweise Vorranggebiete für Offshore-Windenergienutzung.
Mit der Gründung der Offshore-Stiftung 2005, die durch das Bundesministerium für Umwelt initiiertwurde, erhielt die Nutzung der Offshore-Windenergie neuen Auftrieb. So wurde schließlich Deutschlands erster Offshore-Windpark Alpha Ventus im November 2009 nach sieben Monaten Bauzeit fertig gestellt. Zum jetzigen Zeitpunkt ist alpha ventus der erste Offshore-Windpark weltweit, in dem ein Dutzend Windkraftanlagen der 5-Megawatt-Klasse zum Einsatz kommen. Die Investitionssumme für dieses Pionierprojekt, die von EWE, E.ON und Vattenfall aufgewendet wurden, beträgt 250 Mio. Euro. Davon sind 200 Mio. Euro durch Bundesbürgschaften aus dem Konjunkturprogramm II abgedeckt.
Durch das umfangreiches Forschungsprojekt FINO werden zudem Auswirkungen auf die Umwelt beobachtet und meteorologische und hydrologische Daten gesammelt, die für zukünftige Offshore-Projekte verwendet werden können.
