Besondere Herausforderungen der Offshore-Windenergie

Foto: Nordex AG

Im Vergleich zu Ländern wie Dänemark oder Schweden kommen in Deutschland fast nur Standorte mit verhältnismäßig großen Wassertiefen (> 20 Meter) und weiten Entfernungen von der Küste (> 30 Kilometer) in Frage. Die Gründe dafür liegen in der intensiven Nutzung der deutschen Küstengewässer durch die Schifffahrt, als Übungsgebiet für Marine und Luftwaffe, als Fischerei- oder Kiesabbaugebiet sowie im Naturschutz (z.B. Wattenmeer-Nationalpark).

Diese Standortbedingungen sorgen noch für große technische und wirtschaftliche Unsicherheiten. Meerestiefen von bis zu 40 Metern, große Entfernungen zur Küste und starke physikalische Belastungen durch Wind, Wellen und Salzgehalt der Luft stellen hohe Anforderungen an Fundamente, Kapselung der Gondel und verwendete Materialien. Aufwändig sind auch der Transport der großen Strommengen ans Festland sowie Wartungs- und Servicearbeiten.

Für den Transport des auf See erzeugten Stroms müssen ausreichende Seekabel-Kapazitäten und eine geeignete Anbindung an das Festlandnetz geschaffen werden. Zudem muss die Energie an Land weiter in die Verbrauchszentren transportiert werden. Ein entsprechender Ausbau der Stromnetze ist erforderlich.

Obwohl schon umfangreiche Forschungsarbeiten durchgeführt wurden, gibt es noch viele Unsicherheiten bezüglich der Auswirkungen auf die Meeresumwelt und Vögel. Daher wird ein stufenweiser Ausbau der Offshore-Windenergie angestrebt. Positive Ergebnisse hinsichtlich der Umwelt- und Naturverträglichkeit erster Pilotanlagen sind Voraussetzung für den weiteren Ausbau.