Entwicklung der Windenergietechnologie
Die technische Entwicklung der Windkraftanlagen in Deutschland hat sich in den letzten 20 Jahren hauptsächlich auf die Konstruktion immer größerer Anlagen konzentriert. Nachdem in den 80er und frühen 90er Jahren die Entwicklung von kleinen (50 kW bis 150 kW) zu mittleren Windenergieanlagen (500 kW und 600 kW) verlief, begann vor etwa 6 Jahren die Entwicklung der Megawattklasse. Damit wurde eine rasante technische Entwicklung angestoßen.
Die größten derzeit auf dem Markt angebotenen Anlagen besitzen Generatorleistungen von 5 bis 6 MW. Eine solche Anlage erzeugt im Laufe eines Jahres so viel Strom, wie mehr als 3.400 Haushalte verbrauchen. In der Konsequenz produzieren die heute üblichen Anlagen an einem Standort etwa 20 Mal mehr Strom als die Anlagen vor 20 Jahren. Für den weiteren Ausbau der Windstromerzeugung und das Repowering, d.h. den Ersatz von Altanlagen, bedeutet das höhere Leistungen mit weniger Windenergieanlagen.
Zu den konzeptionellen Neuerungen der vergangenen Jahre zählte z.B. die Entwicklung getriebeloser WEA. Parallel wurde die technische Verfügbarkeit, d.h. die störungsfreie Nutzungszeit der Anlage ständig erhöht. Marktgängige WEA erreichen heute im Mittel eine Verfügbarkeit von 98 Prozent. Einen wichtigen Beitrag dazu haben die Anlagenhersteller mit der Einrichtung regionaler Servicezentren geleistet. Auch Fortschritte in der Anwendung moderner Kommunikationstechnik tragen dazu bei. Sie erlauben bei Störungen schnelle Reaktionszeiten und somit kurze Stillstandszeiten.
In der Weiterentwicklung des Systems Windkraftanlage werden noch bedeutende Verbesserungspotenziale vermutet. Dies betrifft sowohl die einzelnen Komponenten wie auch die Optimierung ihres Zusammenspiels. So kann der Materialaufwand mit wachsenden praktischen Erfahrungen noch deutlich reduziert werden. Schlankere Flügel versprechen eine verbesserte Aerodynamik und damit höhere Wirkungsgrade. Neue Regelungsverfahren können die mechanische Belastung von Anlagenkomponenten reduzieren. Fehlerfrüherkennungssysteme vermindern Wartungsaufwand und Stillstandszeiten. Auch an der weiteren Reduktion der Schallemissionen wird intensiv gearbeitet.
