Arbeitsmarkt Geothermie (Erdwärme)
Der Anteil der Erdwärme (Geothermie) an der Energieversorgung in Deutschland ist noch vergleichsweise gering. Im Vergleich dazu ist das Potenzial allerdings beachtlich. Mindestens 50 Prozent des Wärmebedarfs und 35 Prozent des Strombedarfs in Deutschland könnten bis 2050 durch Geothermie gedeckt werden. Der Großteil der heute installierten Anlagen beheizen Gebäude mithilfe der Wärme bis etwa 100 Meter unter der Erdoberfläche. Daneben gewinnen größere Kraftwerke Wärme aber auch Strom aus einer Tiefe von bis zu 5000 Metern.
Für das Jahr 2011 wird die Zahl der in der Geothermie Beschäftigten mit 14.200 Menschen angegeben. Die Mehrheit der hier tätigen Unternehmen beschäftigt zwischen ein und zehn Mitarbeitern. Der Fachkräftemangel ist in dieser Branche besonders deutlich spürbar. Besonders bei der Herstellung von Wärmepumpen, bei Bohrgeräteherstellern und Bohrfirmen, in Handwerksbetrieben und Planungsbüros wird gut ausgebildetes Personal gesucht. Wesentlicher Grund für Engpässe ist dabei auch der Wettbewerb mit der Öl- und Gaswirtschaft um Fachpersonal und Bohrgeräte.
Die Berufsprofile im Bereich Geothermie sind sehr unterschiedlich. Quereinsteiger haben gute Chancen, da in vielen Unternehmen direkt weiter- und ausbilden. Besonders bei Tiefbohrprojekten werden verschiedene Beurfsgruppen benötigt, beispielsweise Ingenieure, Geologen, Naturwissenschaftler und Juristen, Handwerke sowie kaufmännisches und technisches Personal. Brunnenbauer, Technische Zeichner, Bohrgeräteführer und Bohrgerätehelfer sind mit ihren Fähigkeiten besonders gefragt.
Weiterbildungsangebote im Bereich Geothermie beschränken sich zur Zeit auf Herstellerschulungen und vereinzelte Lehrgänge. Der Bundesverband Geothermie fordert deshalb die Profilierung eines Berufsbildes "Bohrgerätefüher Geothermie". Die Fachhochschulen Bochum, Karlsruhe oder Freiburg bieten mittlerweile Studienschwerpunkte im diesem Bereich.
Arbeitsplatzprofile
Arbeitsplatzprofil

Was die Welt im Innersten zusammenhält
Die Geologin Inga Moeck erforscht, wie man Erdwärme zur Stromproduktion fördern kann.
