Ölpreisprognosen überholt – Erneuerbare Energien schneller wettbewerbsfähig

„Ehrgeizige Klimaschutzziele von mehr als 30 Prozent CO2-Minderung bis 2020 sind teuer und wirken sich möglicherweise negativ auf den Wirtschaftsstandort Deutschland aus.“ So in etwa lässt sich die im September 2007 vorgestellte Studie von McKinsey & Company für den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) auf den Punkt bringen. Die Studie ist eine Reaktion der Industrie auf die Klimaschutzpläne der Bundesregierung, die von vielen Seiten für zu ambitioniert und zu teuer gehalten werden.

Zu einem ähnlichen Resultat kamen im Sommer 2007 die Institute ewi und
prognos in ihrer Studie zum Energiegipfel für das Kanzleramt. 40 Prozent CO2-Minderung bis 2020 sind zwar möglich, aber sehr ehrgeizig und kostspielig.
Lediglich ein Gutachten des Bundesumweltministeriums vom Oktober 2007 bescheinigt dem geplanten Klimaschutzpaket volkswirtschaftliche Kosteneinsparungen von immerhin fünf Milliarden Euro bis 2020. Die wichtigste Grundlage für alle Studien ist die angenommene Entwicklung des Weltmarktpreises für Rohöl. Der Ölpreis ist die Messlatte für die Wirtschaftlichkeit des Ausbaus Erneuerbarer Energien und anderer Klimaschutzmaßnahmen.

Was eigentlich schon vorher absehbar war, ist schon wenige Monate später eingetreten: Die Ölpreis-Annahmen sind viel zu niedrig angesetzt und daher sämtliche Kostenberechnungen hinfällig.

Erneuerbare Energien und andere Klimaschutzmaßnahmen werden aus diesem Grund viel schneller wettbewerbsfähig als bislang angenommen. Sie werden der Volkswirtschaft eine viel höhere Kosteneinsparung bringen als Kosten verursachen. Denn auch, wenn der Preis zwischendurch wieder etwas abfällt, insgesamt kennt der Ölpreis nur einen Weg: nach oben. Für irgendwann wieder dauerhaft sinkende Ölpreise gibt es keine Argumente, aber für den weiteren Anstieg:

 

  • die Reserven und Ressourcen sind beschränkt

  • die weltweite Nachfrage steigt

  • die vorhandenen Reserven und Ressourcen sind auf wenige Länder beschränkt, die über eine entsprechende Marktmacht verfügen.

 

 

Quellen:

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) (2007). Klimaschutzprogramm führt zu Einsparungen von fünf Milliarden Euro. Pressemitteilung vom 31.10.2007

ewi/prognos (2007): Energieszenarien für den Energiegipfel 2007

Internationale Energie Agentur (IEA) (1996): World Energy Outlook 1996

Internationale Energie Agentur (IEA) (2002): World Energy Outlook 2002

Internationale Energie Agentur (IEA) (2006): World Energy Outlook 2006

McKinsey & Company (2007): Kosten und Potenziale der Vermeidung von Treibhausgasemissionen in Deutschland. Eine Studie von McKinsey & Company, Inc., erstellt im Auftrag von „BDI initiativ – Wirtschaft für Klimaschutz“

 

Stand: November 2007