Auf den Dächern der Stadt Waiblingen

Berlin, 27. März 2019 – Ein Blick von oben zeigt nicht nur die traditionsreiche Geschichte Waiblingens mit seinen malerischen Fachwerkhäusern und Kirchtürmen. Auch die Energiewende spielt eine sichtlich große Rolle in der baden-württembergischen Stadt. „Die Kreisstadt leistet trotz ihrer geringen Fläche einen erheblichen Beitrag zur dezentralen Energiewende“, erklärt Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), zur Auszeichnung der Energie-Kommune des Monats.

Ahornweg_1000x1248Eindrucksvoll und mit viel Elan zeigt Waiblingen, dass die Energiewende auch auf innerstädtischen Flächen machbar ist. Die Bürgerinnen und Bürger und ihre Stadtverwaltung haben sich viel vorgenommen: Der Stadtentwicklungsplan sieht vor, bis zum Jahr 2030 die CO2-Emissionen gegenüber 2005 um 50 Prozent zu verringern. Zur Umsetzung dessen wurde bereits im Jahr 2006 eine Solaraufbaupflicht eingeführt, die auch der Gemeinderat von Anfang an mitgetragen hat. So ergab sich die Chance, für Neubaugebiete mindestens 50 Prozent der geeigneten Dachflächen mit Solaranlagen auszustatten. Die Stadt Waiblingen ist in der Regel Eigentümer der Baugrundstücke, weshalb eine Aufbaupflicht im jeweiligen Bebauungsplan sowie eine privat-rechtliche Verpflichtung für die Erwerberinnen und Erwerber verankert werden können. Der Startschuss für die Erneuerbaren fällt demnach schon mit dem Bebauungsplan.

Mit Erfolg, wie sich zeigt: Seit 2006 sind in elf Wohngebieten und neun Gewerbegebieten weit über 550 Solaranlagen auf den Dächern installiert worden. Die Stadt Waiblingen hat auch dadurch die erneuerbare Stromerzeugung von 430 Megawattstunden im Jahr 2006 auf 8.860 Megawattstunden im Jahr 2018 erhöhen können. Die Solaraufbaupflicht gilt aber nicht nur beim Neubau: Auch bei der Sanierung von städtischen Dächern kommt der Wille zur Energiewende zum Tragen, sodass die Stadt den Aufbau von Solaranla-gen auch verwaltungsintern fördert. 32 städtische Gebäudedächer sind bereits mit Solaranlagen belegt. Dazu zählen unter anderem Schulen und Kindertagesstätten, Turnhallen und das Rathaus. Insgesamt erzeugen die Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden so eine Leistung von knapp 1000 Kilowatt. Auch die Bürgerinnen und Bürger sind beteiligt und haben in die Bürgersolarstromanlage auf dem Rathaus investiert.

Durch die Solaraufbaupflicht hat Waiblingen einen rechtsgültigen Rahmen für die Energiewende und den flexiblen Ausbau von Erneuerbaren Energien geschaffen. Engagement beweist die Energie-Kommune des Monats März darüber hinaus auch beim Thema Wärme. Sie nutzt Holzhackschnitzel-Anlagen, Solarthermie und anfallendes Klärgas des städtischen Klärwerks im Heizkraftwerk zur Wärmeversorgung. Zusätzlich dazu treibt die Stadt derzeit die Realisierung von zwei klimaneutralen Baugebieten voran. „Die Etablierung von Klimaschutzmaßnahmen – insbesondere auch des Ausbaus der Erneuerbaren Energien – in innovativen Projekten im Strom- und Wärmebereich in Waiblingen ist in der Kommunalpolitik verankert und macht den Klimaschutz und Waiblingen zu Gewinnern“, betont der Oberbürgermeister Andreas Hesky.

Ein ausführliches Online-Portrait der Energie-Kommune Waiblingen finden Sie auf kommunal-erneuerbar.de

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Foto: Ahornweg, Stadt Waiblingen 

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