Fachverband Biogas stellt Potenzialstudie zu Indien vor

Logo_Fachverband_Biogas_400x300Freising. Mit der Studie „Assessment of the status quo of the implementation and potentials of Anaerobic Digestion in India“ liegt erstmals die komplette Auswertung aller vorhandenen statistischen Zahlen zur Biogasnutzung in Indien inklusive Quellenangaben vor. Die umfassende Studie spiegelt die aktuelle Situation der Biogasnutzung wider und beinhaltet zudem eine Biomasse-Potenzialanalyse. 

Mehr als die Hälfte des 195 Seiten umfassenden Reports besteht aus sogenannten Country Profiles zu den einzelnen Bundesstaaten in Indien. Inhalt dieser Profiles sind unter anderem Daten zur Landnutzung und die Möglichkeiten zum Einsatz landwirtschaftlicher Reststoffe. Diese Daten werden in den Kontext des Transport-Sektors gestellt, um abzuschätzen, wie viel fossile Kraftstoffe durch den Einsatz von Biomethan eingespart werden könnten und in welchen Staaten oder Gegenden sich dies am meisten lohnt. 

Dabei kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass in Indien ein riesiges, noch ungenutztes Potenzial zur Vergärung von Reststoffen besteht, u.a. in der Lebensmittelproduktion. Vorreiter ist hier insbesondere die Zuckerindustrie, die mit 350 Millionen Tonnen Frischmasse rund 30% der gesamten Nutzpflanzenproduktion des Landes abbildet. Es finden sich außerdem Hotspots, indem zuckerverarbeitende Unternehmen gehäuft vorkommen, z.B. in den Staaten Uttar Pradesh und Maharashtra, wo neben dem Entsorgungsproblem der Reststoffe auch ein erhöhter Energiebedarf besteht. 

Neben der Potenzialanalyse bietet das Werk einen umfassenden Überblick über die Energiesituation in Indien und beschreibt aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen sowie Empfehlungen für nächste Schritte zum weiteren Ausbau des Biogas-Sektors. 

„Diese Studie bietet Unternehmern, Projektentwicklern und Investoren die Möglichkeit, sich ein realistisches Bild vom indischen Markt zu machen und auf dieser Basis strategische Entscheidungen zu treffen“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Fachverband Biogas e.V., Dr. Claudius da Costa Gomez. “Indien wird in naher Zukunft zum bevölkerungsreichsten Land der Erde aufsteigen und ist schon heute eine technologisch und wirtschaftlich aufstrebende Nation. Daher hat der enge Austausch zwischen Deutschland und Indien im Biogasbereich sowohl eine wirtschaftliche wie auch umweltpolitisch wichtige Bedeutung“, ergänzt der Verbandsgeschäftsführer. 

Der Report ist Teil der Kammer- und Verbandspartnerschaft (KVP), die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert und von der sequa gGmbH verwaltet wird. Sie wurde erstellt im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen dem Fachverband Biogas e.V. und dem indischen Biogasverband IBA (Indian Biogas Association) unter Beteiligung des indischen Instituts GERMI (Gujarat Energy Research & Management Institute) und unter Federführung des DBFZ (Deutsches Biomasse Forschungszentrum). 

Die fertige Studie wurde im Vorfeld der offiziellen Veröffentlichung einer ausgewählten Gruppe an Stakeholdern in Indien bei GERMI vorgestellt und diskutiert. Die Ergebnisse und Empfehlungen dieser Diskussion finden sich ebenfalls im Gesamtwerk wieder. 

Die 81 Seiten umfassende Kurzversion steht im Netz auf der Homepage des Fachverbandes Biogas (www.biogas.org) unter Verband / Referate / International beim KVP-Projekt und auf der Seite der IBA (www.biogas-india.com). 

Die Vollversion steht den Mitgliedern der IBA und des Fachverbandes Biogas jeweils im Mitglieder geschützten Bereich zur Verfügung. 

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