Knappes Angebot treibt Rapspreise

Berlin, 24. November 2020 - Die Rallye der Rapsnotierungen in Paris hat auch den deutschen Kassamarkt erreicht und die Erzeugerpreise nach oben getrieben. Viele Landwirte haben daher in den vergangenen zwei Wochen ihre Restmengen vermarktet. Angesichts des schwierigen Gesamtumfeldes bewertet die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) diese Preisentwicklung als Lichtblick für die Ackerbauern.

Die Rapspreise in Deutschland haben in den vergangenen zwei Wochen infolge der sehr festen Terminkurse in Paris deutlich zugelegt. Matif-Notierungen von zuletzt über 415 EUR/t führten auch am hiesigen Kassamarkt in der 47. Kalenderwoche zu den höchsten Rapspreisen seit Januar 2020. Wie die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) ermittelte, wurden in den 47. KW für Raps 370 bis 400 EUR/t frei Erfasserlager geboten, das waren im Schnitt 9 EUR/t mehr als im Vorjahr und sogar 25 EUR/t mehr als vor zwei Jahren. Vereinzelt wurde sogar die Marke von 406 EUR/t im Streckengeschäft erreicht.

Das höhere Preisniveau bewegte in den vergangenen zwei Wochen viele Erzeuger dazu, Lagerware zu verkaufen. Dadurch sind die Vorräte regional teils schon weit geräumt und es sind nur noch Restmengen verfügbar. Das Kontraktgeschäft lief ebenfalls rege mit vergleichsweise hohen Preisen, so dass bereits Raps ex Ernte 2021 verkauft wurde. Die Erinnerung an den Preisverfall ab Januar 2020 heizt ebenfalls die Verkäufe an. Damals verlor Raps innerhalb von zwei Monaten 16 % an Wert. Dieser möglichen Entwicklung wollen viele Erzeuger zuvorkommen und vermarkten ihren Raps rechtzeitig.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) bewertet diese Preisentwicklung als Lichtblick. Angesichts einer grundsätzlich schwierigen Situation im Ackerbau infolge niedriger Erzeugerpreise, witterungsbedingt niedrigerer Erntemengen und zunehmenden ordnungsrechtlichen Auflagen stelle sich grundsätzlich die Frage, ob der Markt die Differenz jemals kompensieren könne. Der Verband mahnt hier schnellstmöglich eine Antwort der Politik an. Wer glaubt, alleine mit dem Schlagwort Digitalisierung dieses Grundproblem lösen zu können, verschließe die Augen vor der Realität des internationalen Wettbewerbs.

Der vorgelegten Ackerbaustrategie der Bundesregierung fehle ein ausreichender Ansatz, mit mehr Diversifizierung auch einen stärkeren Einkommensbeitrag zu erzielen. Nur dann habe der um den Anbau von Leguminosen erweiterte Ackerbau auch eine wirtschaftliche Perspektive – ganz im Sinne der ökonomischen Säule der Nachhaltigkeit.

Die Erzeugerpreise bewegten sich sei seit Jahren nicht auf einem Niveau, das den Betrieben auch die erforderlichen Investitionen zur Betriebsentwicklung ermöglichen würde.

Pressekontakt
Stephan Arens
Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V.
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