US-Sojaimporte verdoppelt

ufop_logo_400x300Berlin, 15. Januar 2019. Nachdem China die US-Sojabohnen verbannt hat, benötigen die USA neue Abnehmer. Davon profitiert auch die EU-28, deren US-Sojaimporte sich vervielfacht haben.
Die EU-28 ist seit jeher auf Ölsaatenimporte aus Drittländern angewiesen, da die Nachfrage die EU-Erzeugung um rund 30 % übersteigt. Dabei sind vor allem Sojabohnen gefragt, die in der EU-28 bisher kaum erzeugt werden. In der ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres 2018/19 wurden 6,95 Mio.t Sojabohnen aus Drittländern ein-geführt, 12 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Hauptlieferant bleiben die USA, die sich aber in dieser Saison mit 5,2 Mio. t (Vj. 2,3 Mio. t) deutlich nach oben absetzen. Damit stammen drei Viertel der EU-Sojaimporte aus den USA, so die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI).

Grund für den starken Anstieg der US-Lieferungen ist vor allem der Handelskrieg zwischen den USA und China. Als Reaktion auf die einseitig von den USA eingeführten Importzölle auf chinesische Produkte reagierte China wiederum mit Zöllen auf US-Sojaimporte. China bezieht daher seinen Bedarf in Höhe von rund 90 Mio. t vorerst hauptsächlich aus Südamerika. Das drückt die Preise für US-Sojabohnen und macht sie für andere Importeure wie die EU attraktiv.

An zweiter Stelle der EU-Sojalieferanten im Zeitraum Juli-Dezember 2018 steht Brasilien mit 1,3 Mio. t und damit einem Viertel weniger als im Vorjahreszeitraum. Die weiteren Plätze teilen sich Kanada, Paraguay und die Ukraine, allerdings mit deut-lich geringeren Mengen als 2017/18. Gegen Ende des Wirtschaftsjahres könnte Brasilien wieder die erste Stelle der EU-Sojalieferanten einnehmen, denn ab Januar steht dort die neue Ernte zur Verfügung. Selbst wenn die Sojaernte etwas kleiner ausfallen sollte als im Vorjahr, bleibt noch genügend Ware für den Export übrig.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen kritisiert, dass infolge der Handelsverschiebungen auch der Preisdruck auf die europäische Produktion von Raps- und Körnerleguminosen zugenommen hat. Sieht so die Zukunft einer nachhaltigen Bioökonomie aus, wenn Nachhaltigkeitsanforderungen durch Handelskonflikte ausgehebelt werden?

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