Herausforderung Klimawandel annehmen und Perspektiven schaffen

ufop_logo_400x300Hannover, 12. November 2019. Die Landwirtschaft ist mittendrin im Klimawandel. Gleichzeitig könne das Klimaschutz-Potenzial im Ackerbau aufgrund ordnungsrechtlicher Restriktionen bei Düngung und Pflanzenschutz sowie einer fehlenden strategischen Ausrichtung bei weitem nicht gehoben werden. Dies betonte der Vorsitzende der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP), Wolfgang Vogel, anlässlich der Agritechnica inHannover. Vogel forderte die Politik erneut auf, die Treibhausgas (THG) -Minderungsquote ab 2020 schrittweise auf 16% im Jahr 2030 anzuheben, um das nachhaltig verfügbare Anbaupotenzial nutzen zu können. Gerade der Verkehrssektor habe in Sachen Klimaschutz keine Zeit zu verlieren.

Der Vorsitzende beklagte, dass die Energiewende im Verkehr mit der nochmals aufgestockten Förderung der E-Mobilität zu einseitig auf einen Antriebswechsel hinauslaufe. Biokraftstoffe aus Anbaumasse, z.B. aus nachhaltig angebautem Rapsöl könnten in bestehenden Fahrzeugflotten einen sofort wirksamen Klimaschutzbeitrag leisten. Vogel verwies auf die ab 2021 beginnende Verpflichtungsperiode für das Klimaschutzziel in 2030.

Die Anhebung der THG-Minderungsverpflichtung sei dringend notwendig angesichts der Verdrängungseffekte durch Biodiesel aus Abfallölen, betonte Vogel. Die inzwischen global gehandelten und in die EU strömenden Abfallmengen verdrängten den heimischen Rohstoff. Vogel verwies auf den aktuellen Bericht der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), demzufolge der Anteil von Biodiesel aus Abfallöl massiv zugenommen habe. Wenn die THG-Quote nicht erhöht werde, müsse die Bundesregierung ebenso wie Frankreich Maßnahmen gegen Biokraftstoffe aus Palmöl ergreifen, forderte der UFOP-Vorsitzende. Im Ackerbau werde für den Klimaschutz vor allem die Keule des Ordnungsrechts geschwungen, sei es im Düngerecht oder bei der Pflanzenschutz-Zulassung; dies schaffe weder Akzeptanz noch Motivation unter den Landwirten. Dringend benötigte Technologien wie z.B. neue Züchtungsmethoden würden der Wirtschaft vorenthalten, kritisierte Vogel.

Die bereits lange angekündigte Ackerbaustrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums müsse daher Antworten auf die enormen Herausforderungen geben. Diese Strategie verdiene nur dann ihren Namen, wenn neben der Klima- auch die ökonomische Bilanz stimme. Sowohl Raps als auch Körnerleguminosen müssten einen festen und bedeutenden Platz in der künftigen Ackerbau- und Eiweißpflanzenstrategie der Bundesregierung einnehmen. Die Erweiterung der Fruchtfolgen sei der Schlüssel, die Eiweißversorgung in Deutschland auf eine breitere Basis zu stellen und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, so der UFOP-Vorsitzende Vogel. Um diese Ziele zur erreichen, arbeiteten die UFOP-Gremien derzeit intensiv an der Umsetzung der UFOP-Strategie „10 + 10“, wonach der Anteil der Anbaufläche von Raps und Leguminosen bis zum Jahr 2030 jeweils 10 Prozent der deutschen Ackerfläche betragen soll, also jeweils etwa 1,2 Millionen Hektar.

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