Biodieselexporte kräftig gestiegen

ufop_logo_400x300Berlin, 4. September 2019. Im ersten Halbjahr 2019 sind die deutschen Biodieselausfuhren gegenüber 2018 kräftig gestiegen. Die Niederlande sind das wichtigste Empfängerland und der mit Abstand wichtigste Handelsplatz in Europa.

Im ersten Halbjahr 2019 sind die Biodieselausfuhren gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich um ca. 0,225 Mio. t auf 1,14 Mio. t gestiegen. Das entspricht etwa einem Drittel der inländischen Jahresproduktion. Der größte Teil der Exporte ging in andere EU-Staaten, deren Anteil seit dem Vorjahr um 30 % auf 1 Mio. t gestiegen ist. Die Niederlande sind mit einem Plus von 59 % und ca. 0,46 Mio. t der mit Abstand wichtigste Abnehmer und Durchgangsland für die Weiterverschiffung in andere Länder.

Den relativ größten Zuwachs verzeichnete Großbritannien: Das Land kaufte im ersten Halbjahr 2019 mit 43.290 t fast drei Mal soviel Biodiesel aus Deutschland wie 2018. Belgien steigerte ebenfalls seine Importmengen um mehr als die Hälfte auf 136.000 t. Die USA, die bis März 2019 im Quartalsvergleich noch auf Platz 3 der Hauptlieferländer lag, liegt im Halbjahresvergleich mit 82.000 t nur noch auf Platz 5. Dennoch hat das Land seine Biodieseleinfuhren aus Deutschland gegenüber dem Vorjahreszeitraum um die Hälfte gesteigert und verzeichnete damit den drittgrößten Zuwachs unter den 10 größten Importländern für deutschen Biodiesel. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) sind bei einigen Empfängerländern auch deutliche Rückgänge zu verzeichnen, vor allem in Frankreich. Im ersten Halbjahr 2019 wurde dort mit 25.000 t rund 22 % weniger Biodiesel aus Deutschland eingeführt als im gleichen Zeitraum 2018. Polen und Österreich senkten ihre Importmengen im Betrachtungszeitraum jeweils um 10 % auf 118.000 t bzw. 88.000 t.

Aus Sicht der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) unterstreichen diese Zahlen die Bedeutung und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Ölmühlen- und Biodieselindustrie. Dies liegt auch daran, dass das bei der Rapsverarbeitung anfallende Rapsschrot hierzulande problemlos vom Markt aufgenommen wird. Aufgrund seiner geografischen Lage in der EU in Verbindung mit dem Aufnahmevermögen der Veredelungswirtschaft – insbesondere in der Milchviehfütterung – sichert der Biodieselexport auch den Rapsanbau in den EU-Nachbarsstaaten. Bedingt durch die diesjährige erneut niedrige deutsche Rapsernte von ca. 2.8 Mio. t Rapssaat befürchtet die UFOP, dass sich die Handelswege für den Rapsimport verfestigen. Wenn die Versorgung aus deutschem Anbau gesichert werden soll, bedarf es allerdings höherer Erzeugerpreise. Ölmühlenwirtschaft und

Biodieselhersteller sollten bedenken, dass die Treibhausgasminderungsverpflichtung im Jahr 2020 auf 6 % steigt. Die öffentliche und politische Akzeptanz der Biokraftstoffpolitik hängt auch davon ab, ob vorrangig der heimische Rapsanbau zur Rohstoffversorgung beiträgt, mahnt die UFOP.  

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