Fossil und Bio - Kraftstoffforschung sichert Absatzmärkte

ufop_logo_400x300Berlin, 30. November 2018. Biodiesel und Bioethanol sind in Deutschland und in der Europäischen Union aktuell und in den nächsten Jahren die mit Abstand wichtigsten alternativen nachhaltigen Kraftstoffe. Allein in Deutschland betrug deren Anteil zur Treibhausgasminderung im Jahr 2017 etwa 7,7 Mio. t CO2-Äquivalent. Auch global sind diese Biokraftstoffe die mit Abstand wichtigsten Alternativkraftstoffe zur Erreichung der nationalen Energie- und Klimaschutzziele im Verkehr. Deren stetig wachsende Bedeutung ist an den gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Erhöhung der Beimischungsanteile in den USA, Brasilien, Argentinien sowie Malaysia und Indonesien abzulesen. Voraussetzung für den Marktzugang ist grundsätzlich die Anforderung, dass diese Biokraftstoff bzw. unterschiedlichen Kraftstoffgemische zugleich die motortechnischen und emissionsrechtlichen Anforderungen erfüllen.

Vor diesem Hintergrund ist eine umfassende Biokraftstoffsystemforschung als marktbegleitende Maßnahme zwingend erforderlich, damit vorausschauend möglicherweise negative Wechselwirkungen der Kraftstoffe untereinander aber auch mit Motorenkomponenten evaluiert und beseitigt werden. Freigabenverteilungen für unterschiedliche Kraftstoffmischungen bestimmen die internationale bzw. weltweite Marktentwicklung. Während in der Europäischen Union die betroffenen Wirtschaftskreise die erforderlichen gesetzlichen emissionsrechtlichen Anforderungen umsetzen bzw. erfüllen müssen, wird andernorts durchaus politischer Druck bemüht, um Technologiekonzepte und Biokraftstoffe am Markt durchzusetzen. Ihr Markterfolg ist auch darin begründet, dass sich diese vergleichsweise problemlos in bestehende Distributionssysteme integrieren lassen und damit zu keinen zusätzlichen Investitionskosten oder Förderbedarf aus Steuermitteln führen, gemessen an der Wasserstofftechnologie oder E-Mobilität.

Vor diesem Hintergrund müssen treibhausgasoptimierte und nachhaltige Biokraftstoffe durch eine systematische Begleitforschung nicht nur weiter-, sondern überdies auch als global wichtige Beimischungskomponente weiterentwickelt und wenn möglich Synergieeffekte untersucht werden. Gemessen an der zeitlich sehr ambitionierten Zielvorgabe kann es sich der Klimaschutz insbesondere im global stetig wachsenden Verkehrssektor nicht leisten auf bestehende und entwicklungsfähige Optionen zu verzichten.

Vor diesem Hintergrund stellen Wissenschaftler im Parallelforum „Biodiesel“ des 16. internationalen Fachkongresses“  ausgewählte Forschungsthemen und Ergebnisse vor, moderiert von Prof. Dr. Jürgen Krahl, Vorsitzender der UFOP-Fachkommission Biokraftstoffe und Nachwachsende Rohstoffe.

Prof. Dr. Thomas Garbe, Volkswagen AG, erläutert in seinem Vortrag die Bedeutung von Biodiesel als Teil der Lösung bei zukünftigen Mischkraftstoffen. Im Fokus steht Oxymethylenether (OME), ein erneuerbarer Kraftstoff, der langfristig eine wachsende Rolle im erneuerbaren Kraftstoffmix spielen könnte.

Martin Kortschak vom Technologietransferzentrum Automotive der Hochschule Coburg (TAC), stellt  den Einfluss von Biokraftstoffen auf die Emissionen im Zusammenhang mit dem sogenannten RDE-Test (Real Driving Emission) vor als sinnvolles Werkzeug für die Kraftstoffentwicklung.

Prof. Dr. Lukas Möltner, MCI Management Center Innsbruck, erläutert die Auswirkungen der Alterung von Biodiesel auf Oxidationsmechanismen und motorische Verwertbarkeit und in die erforderlichen Gegenmaßnahmen.

Welche Bedeutung das Alterungsverhalten verschiedener Otto- und Dieselkraftstoffe für Black in-hybrid-Weges haben kann, stellt Anja Singer vom TAC Coburg in ihrem Vortrag vor.

Im Lichte der internationalen Bedeutung von Biodiesel und Bioethanol ist zu betonen, dass diese Forschungsergebnisse nicht nur für den deutschen und europäischen Markt, sondern vom globalen Interesse sind, weil die motorischen Anforderungen durch den Fahrzeugwechsel naturgemäß auch in wichtigen Produktions- und Anwendungsländern in Nord- und Südamerika sowie im asiatischen Raum steigen. Der Fachkongress richtet sich daher an alle an der Vermarktung sowie der Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Biokraftstoffproduktion und Anwendung interessierten internationalen Forschungs- und Wirtschaftskreise. Der Kongress bietet die ideale Plattform in diesem Sinne Wissenschaft und Wirtschaft zusammenzubringen.

Weitere Informationen zum Kongress
https://www.kraftstoffe-der-zukunft.com/

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