Pflanzenölindex auf 11-Jahrestief

ufop_logo_400x300Berlin, 5. Februar 2019. Nach einem Jahr endete im Dezember 2018 endlich die Talfahrt des Pflanzenölindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO).

Seit November 2017 tendierte der FAO Pflanzenölindex schwach. Damals lag der Index bei 172 Punkten und sank bis November 2018 auf 125 Punkte auf den niedrigsten Stand seit November 2006.

Der Index bildet die Preisentwicklung der 10 für den Welthandel bedeutendsten Pflanzenöle ab und stand vor allem unter dem Druck des schwachen Palmöls. Die Palmölkurse verloren in den genannten 12 Monaten fast ein Drittel an Wert. Wesentlicher Grund dafür war die geringere Nachfrage am Weltmarkt, der von den 2 Hauptproduktionsländern Indonesien und Malaysia versorgt wird. Aber es herrscht Überproduktion, so dass vor allem Indonesien versuchte, den Inlandsverbrauch durch eine stetige Erhöhung der Biodieselbeimischung zu steigern. Die festen Rohölpreise unterstützten diese Strategie, denn die Notierungen in New York erreichten im Oktober 2018 immerhin ein 4-Jahreshoch. Dies konnte er aber nicht halten und verlor in nur 12 Wochen die Hälfte an Wert.

Gleichzeitig verzeichnet Sojaöl aufgrund des Handelsstreites zwischen den USA und China eine geringere Nachfrage, Das daraus resultierende Überangebot spiegelt sich ebenfalls in schwachen Kursen wider. Diese gaben nach Angaben der Agrarmarkt Informationsgesellschaft mbH (AMI) von November 2017 bis November 2018 um ein Viertel nach. Rapsöl konnte indes die Preisschwäche bereits im April des Jahres 2018 abschütteln und bis November um 21 % zulegen. Gründe dafür waren eine rege Nachfrage bei gleichzeitig begrenztem Rapsangebot aus der Ernte 2018. Seither ist der Auftrieb allerdings beendet.

Für das Gesamtjahr 2018 lag der FAO-Index für pflanzliche Öle im Durchschnitt bei 144 Punkten, ein Minus von 15 % gegenüber 2017 und der niedrigste Stand seit 2007.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) stellt fest, dass Indonesien mit einer ambitionierten Biokraftstoffquotenpolitik versucht, den Markt zu entlasten. Das Land ist mit etwa 6,8 Mio. t Biodiesel inzwischen weltgrößter Biodieselproduzent. 2018 wurden nach Angaben des indonesischen Biodieselherstellerverbandes, APROBI, etwa 4 Mio. t Palmölmethylester über höhere Beimischungsquoten (landesweit B20) und ca. 1,4 Mio. t im Export abgesetzt. Das Land setzt diese Quotenpolitik durch Prüfung von B50 fort. Die UFOP erwartet, dass Indonesien sich als Mitunterzeichner des Pariser Klimaabkommens diese Beimischungsmengen auf die nationale Treibhausgas-Minderungsverpflichtung für den Verkehrssektor anrechnen lassen will.

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