UFOP-Mitgliederversammlung mit starkem Signal für den Raps- und Körnerleguminosenanbau

ufop_logo_400x300Berlin, 25. September 2019. Trotz eines deutlichen Rückgangs des Rapsanbaus zur Ente 2019 und unbefriedigender Erträge in den letzten Jahren sieht der Vorsitzende der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP), Wolfgang Vogel, kein Ende der Erfolgsstory Winterraps in Deutschland. Aus Sicht des Verbandes sind Raps und Körnerleguminosen für eine Diversifizierung der Fruchtfolgen, für die Biodiversität auf dem Acker und zur Minderung von Treibhausgas-Emissionen alternativlos.

In seinem Bericht zur Mitgliederversammlung wies der UFOP-Vorsitzende darauf hin, dass die UFOP-Gremien in den vergangenen Monaten eine intensive Diskussion über die künftige UFOP-Strategie zum Anbau von Raps und Körnerleguminosen geführt haben. Neben Beiträgen der UFOP-Fachkommission „Produktionsmanagement Öl- und Proteinpflanzen“ seien auch die Diskussionen des Welt-Rapskongresses im Juni 2019 einbezogen worden. Als Ergebnis haben sich Vorstand und Fachbeirat der UFOP auf eine Strategie „10 + 10“ verständigt. Demnach soll im Jahr 2030 der Anteil der Anbaufläche von Raps und Leguminosen jeweils 10 Prozent der deutschen Ackerfläche betragen. Dies entspricht je 1,2 Millionen Hektar.

Um den Anbauumfang von Raps dauerhaft auf diesem Niveau zu stabilisieren, sind künftig Regionen zu erschließen, in denen der Raps bisher nicht oder kaum in den Fruchtfolgen vertreten ist. Ziel ist die Kompensation des Flächenrückgangs in bisherigen Hauptanbaugebieten. Dieses Flächenpotenzial soll wiederum durch den Anbau von Körnerleguminosen als weitere Blattfrucht in der Fruchtfolge soweit möglich kompensiert werden. Die konkreten Eckpunkte und der Handlungsrahmen für die Etablierung der angekündigten Strategie werden in den nächsten Wochen in den UFOP-Gremien erarbeitet.

Insbesondere für die Körnerleguminosen ist der Aufbau regionaler Absatzmärkte nach den Worten des UFOP-Vorsitzenden klare Bedingung für eine positive Weiterentwicklung dieser Fruchtart und die Stärkung der heimischen Eiweißproduktion. Die UFOP hatte daher die Förderung durch die BMEL-Eiweißpflanzenstrategie begrüßt, die mit Blick auf die Ackerbau- und Klimaschutzstrategie jetzt intensiviert und fortgeschrieben werden muss, auch in finanzieller Hinsicht.

Vogel betonte, dass bei der Erarbeitung einer nationalen Eiweißstrategie nicht vergessen werden dürfe, dass das Rapsschrot nach wie vor die wichtigste heimische Eiweißquelle darstelle. Neben der Stärkung der Wertschöpfung im ländlichen Raum sei dies eines der zentralen Argumente für eine Fortsetzung der Förderung von Biokraftstoffen aus Anbaubiomasse. Dies gelte einerseits für die EU-Biokraftstoffpolitik, so Vogel in seinem Bericht an die Mitgliederversammlung. Die EU-Kommission habe hierzu im März 2019 den Entwurf einer Delegierten Verordnung veröffentlicht, die ein schrittweises Auslaufen von Biokraftstoffen aus Rohstoffen vorsehe, die wie z.B. Palmöl mit einem hohen Risiko für Landnutzungsänderungen verbunden seien.

Dies gelte aber auch für die nationale Gesetzgebung. Es sei aus fachlicher Sicht nicht nachzuvollziehen, dass Biokraftstoffen aus Raps, Getreide oder anderen Feldfrüchten keine wichtige Rolle im Klimaschutzkonzept der Bundesregierung für den Verkehrsbereich eingeräumt werde. Dadurch werde das Treibhausgas (THG)-Minderungspotenzial weiterhin nicht im vollen Umfang genutzt, so der UFOP-Vorsitzende. Die UFOP werde sich weiter dafür einsetzen, dass die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vereinbarte Weiterentwicklung der THG-Quote auch umgesetzt werde.

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