Neue Energie durch alte Weihnachtsbäume

In Deutschland hält in diesen Tagen der Winter Einzug. Für die umweltfreundliche Erzeugung wohliger Wärme stehen ausgereifte Erneuerbare Energien-Technologien bereit. Eine davon ist die Bioenergie, für die mit Holz, Stroh oder Energiepflanzen verschiedene nachwachsende Rohstoffe verlässlich verfügbar sind. Saisonal und zur Jahreswende zu haben: Die Heizenergie von Millionen ausgedienten Weihnachtsbäumen, die dieser Tage am Straßenrand stehen. „Mit der Energie von rund 500 Weihnachtsbäumen kann rechnerisch ein Durchchnittshaushalt ein Jahr lang mit Strom versorgt werden. Alternativ könnten diese Weihnachtsbäume knapp 1.000 Liter Heizöl ersetzen“, erläutert der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), Philipp Vohrer.

AEE_Weihnachtsbaeume_koennen_Strom_und_Waerme_liefern_Jan16_72dpiMehr als 29 Millionen Weihnachtsbäume werden in Deutschland Jahr für Jahr verkauft - mit steigender Tendenz. Ein großer Teil der Bäume wird im neuen Jahr zu Holzhackschnitzeln verarbeitet. Die drei bis fünf Quadratzentimeter großen Holzstückchen finden in Heizkesseln ebenso Verwendung wie in Holzheizwerken oder Holzkraftwerken, die umweltfreundlich Strom und Wärme produzieren. Zu Hackschnitzeln verarbeitete Weihnachtsbäume landen über den Umweg der energetischen Verwendung wieder in den eigenen vier Wänden. „Mit der aus einem einzigen Weihnachtsbaum zu gewinnenden elektrischen Energie könnte eine Lichterkette mit 25 elektrischen Kerzen die ganze Adventszeit über brennen“, rechnet Vohrer vor.

Weihnachtsbäume sind nur ein Beispiel dafür, wie Bioenergie sinnvoll zur umweltfreundlichen Wärmeversorgung beiträgt. Mit Energieträgern wie Holz, Stroh und anderen Energiepflanzen sowie Abfallstoffen ist die Bioenergie in Deutschland die mit Abstand wichtigste erneuerbare Energiequelle zum Heizen. Sie liefert insgesamt knapp 11 Prozent der Wärmeenergie – bei einem Anteil der Erneuerbaren am Wärmemarkt von derzeit nur gut 12 Prozent. „Das Potenzial der Erneuerbaren Energien ist im Wärmemarkt erst zu einem kleinen Teil erschlossen“, konstatiert Vohrer.

Anders als im Strommarkt konnten die Erneuerbaren Energien 2015 im Wärmesektor keine Marktanteile hinzugewinnen. Niedrige Preise für klimaschädliches Erdöl – und damit auch für Heizöl - sind ebenso ein Wettbewerbsfaktor wie Subventionen für fossile Energieträger, wie aus dem aktuellen AEE-Hintergrundpapier „Warum sich Heizen mit Bioenergie lohnt“ hervorgeht. Immerhin wurde die Förderung für den Kauf umweltfreundlicher Holzheizungen zum Jahreswechsel noch einmal verbessert. „Investitionen in  Heizungen auf Basis Erneuerbarer Energien zahlen sich aus - für den Klimaschutz und für den Geldbeutel“, betont AEE-Geschäftsführer Vohrer: „Das Heizen mit dem eigenen Weihnachtsbaum ist möglich, aber nicht nötig. Denn für den Endverbraucher stehen mit Pellets-, Scheitholz- oder Hackschnitzelkesseln ausgereifte Technologien aus dem Bereich der Bioenergie zur Verfügung.“

Einen Überblick zu Rahmenbedingungen und der großen Palette an Erneuerbaren Energien-Technologien im Wärmemarkt gibt das in der Reihe Renews Spezial erschienene AEE-Hintergrundpapier „Erneuerbare Wärme“ (s.u.).

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