Sofortprogramm für die Energiewende: Netze, Digitalisierung und Power-to-X

ARGE_Netz_Logo_400x300Berlin. Die aktuellen Zahlen für Redispatch und Abregelung von Erneuerbaren zeigen auf, wie dringend wir den Netzausbau brauchen. Der von der Bundesnetzagentur (BNetzA) bestätigte Szenariorahmen für das Stromnetz 2030 zeigt Handlungsbedarf auf. „Wir benötigen ein Sofortprogramm der Bundesregierung für schnelleren Netzausbau, die technische Optimierung und die Digitalisierung der Stromnetze. Gleichzeitig müssen wir mehr Erneuerbare vor Ort nutzen können. So können wir das Ziel der Bundesregierung von 65 Prozent Erneuerbare bis 2030 kosteneffizient erreichen. So schaffen wir Versorgungssicherheit auf Basis von erneuerbaren Energien“, erklärt Dr. Martin Grundmann, Geschäftsführer der Erneuerbaren Unternehmensgruppe ARGE Netz.

Ein erster Schritt auf diesem Weg ist die Umsetzung der im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbarten Sonderausschreibungen in Höhe von jeweils 4.000 MW für Wind Onshore und Photovoltaik. Grundmann: „Dabei ist klar, dass es jetzt um einen qualitativen Zubau einer sektorgekoppelten erneuerbaren Energieversorgung geht, die durch digitalisierte Prozesse zur Synchronisation von Erzeugung und Verbrauch in Echtzeit getragen wird.“

„Wir unterstützen die Synchronisierung von erneuerbaren Energien und Netzkapazitäten. Denn die Stromautobahnen transportieren erneuerbaren Strom nicht nur von Nord nach Süd, sondern im europäischen Verbundnetz in alle Richtungen. Neben dem Neubau von Netzen geht es aber auch darum, parallel dazu alle Maßnahmen zur Optimierung der Netzauslastung auch auf Basis von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz voll auszuschöpfen. Die Technik ist einsatzfähig,“ so Grundmann.

Entscheidend ist zudem – auch um die gesteckten Klimaschutzziele in Verkehr, Gebäude und Industrie zu erreichen – den erzeugten regenerativen Strom in allen Verbrauchssektoren zu nutzen und Power-to-X-Technologien für Wärme und Verkehr einzusetzen. Insbesondere für Industrie- und Gewerbeunternehmen, die mit rund 44 Prozent die größten Energieverbraucher in Deutschland sind, müssen jetzt die Weichen hin zu einer sicheren Energieversorgung mit Erneuerbaren gestellt werden. „Die Genehmigungssituation für Erneuerbare-Anlagen, die zur Energieversorgung der Industrie genutzt werden, muss deutlich verbessert werden. Der Schlüssel für eine schnellere Integration von Erneuerbaren liegt dabei in der Möglichkeit, Direktlieferverträge mit Erneuerbaren abzuschließen. Hierzu hat ARGE Netz bereits ein Marktentwicklungsmodell in die politische Diskussion eingebracht, um Industrieunternehmen direkt mit grüner Energie beliefern zu können.