Biodieselimporte fast verdoppelt

ufop_logo_400x300Berlin, 13. März 2019. Die Einfuhren von Biodiesel nach Deutschland sind 2018 sprunghaft angestiegen. Auslöser war das überreichliche Angebot an von der argentinischen Regierung subventioniertem und daher preisgünstigem Biodiesel aus Argentinien. Eine analoge Entwicklung befürchtet die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) nun auch nach Abschluss des laufenden Antisubventionsverfahrens der EU-Kommission gegen Indonesien.

Im Kalenderjahr 2018 sind die Einfuhren an Biodiesel inkl. HVO (hydrierte Pflanzenöle) um über 50 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Waren es 2017 rund 790.000 t, überschritt das Volumen 2018 mit 1,2 Mio. t deutlich die Millionen-Grenze.

Die größten Mengen kamen aus EU-Nachbarländern. Hauptlieferland für Deutschland bleiben die Niederlande. Von dort stammen 2018 über 620.000 t Biodiesel/HVO und somit mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Als größter Produzent von HVO (1,2 Mio. t in 2018) exportieren die Niederlande den größten Teil, denn nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) beträgt der inländische Verbrauch weniger als 400.000 t Biodiesel/HVO im Jahr.

Zusätzliche Importe aus Übersee kamen über die Drehscheibe der Häfen an der Nordseeküste: Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen (oft abgekürzt als „ARA“) in den deutschen Markt. Daher steht Belgien für Deutschland auf Platz 2 der Biodiesellieferländer und hat seine Exporte seit der zollfreien Verfügbarkeit von argentinischem Biodiesel mit einem Plus von 75 % ebenfalls stark ausgeweitet. Deutschland erhält aber auch direkte Biodiesellieferungen aus Übersee und zwar aus Malaysia. Diese Mengen sind seit 2014/15 relativ konstant und schwanken um 130.000 t.

Nach Auffassung der UFOP unterstreichen diese Zahlen den Handlungsdruck, Biokraftstoffe aus Palmöl gemäß der Neufassung der Erneuerbare Energien-Richtlinie jetzt auslaufen zu lassen. Die öffentliche und umweltpolitische Akzeptanz der Biokraftstoffe insgesamt sinke mit jeder importierten Tonne Palmöl zur Kraftstoffherstellung bzw. Biodiesel/HVO aus Palmöl. Die UFOP fordert daher mit Nachdruck das Europäische Parlament auf, den Entwurf des Delegierten Rechtsaktes der EU-Kommission mit seinen offensichtlichen Schlupflöchern für Importe aus Urwaldregionen abzuweisen. Die EU-Kommission nehme mit dem Entwurf billigend in Kauf, dass der europäische Rapsanbau zunehmend seine wichtigste Absatzperspektive verliere und untergrabe damit ihren eigenen Proteinplan. Raps ist bis heute die mit Abstand wichtigste gentechnikfreie Proteinquelle in Europa, betont der Verband.

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