Entwicklung der Treibhausgase in Deutschland 2015

Die Treibhausgasemissionen in Deutschland sind 2015 gegenüber dem Vorjahr wieder leicht gestiegen. Das geht aus der Nahzeitprognose des Umweltbundesamtes (UBA) hervor. Die Emissionen nahmen demnach um sechs Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zu, dies wäre eine Steigerung von 0,7 Prozent. Insgesamt lagen die Treibhausgasemissionen 2015 bei 908 Millionen Tonnen. Das entspricht einer Minderung um 27,2 Prozent im Vergleich zum internationalen Referenzjahr 1990. Als Grund für den Anstieg führt das Umweltbundesamt die erhöhte Heiztätigkeit aufgrund der kühlen Witterung an. Zur Wärmeerzeugung hätten Haushalte und andere Kleinverbraucher vor allem mehr Erdgas verbrannt, was die Emissionen um 4,5 Millionen Tonnen erhöhte. Die zweite Ursache für den Anstieg sei der Verkehr. Hier stieg der Treibhausgasausstoß um 1,5 Prozent auf 163,6 Millionen Tonnen CO2. Bei der Stromerzeugung waren die CO2-Emissionen indes zurückgegangen. Angestiegene Stromexporte hätten allerdings dazu geführt, dass Kohlekraftwerke weiterhin viel Strom produzierten und dadurch der Klimaschutzeffekt der Erneuerbaren Energien, die schon zu 30 Prozent zur Stromerzeugung beitragen, bilanziell gedämpft wurde.

Das deutsche Klimaziel zieht vor, dass die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zum Referenzjahr sinken. Bis 2050 sollen die Emissionen zwischen 80 bis 95 Prozent sinken. Derzeit erarbeitet das Bundesumweltministerium am sogenannten Klimaschutzplan 2050. Darin wurden im Zuge einer breiten Öffentlichkeitsbeteiligung bislang 89 Maßnahmenvorschläge für den Klimaschutz in Deutschland erarbeitet. Das Bundesumweltministerium wird das Ergebnis der Beteiligung nun auswerten und einen Entwurf für den Plan erarbeiten, der im Sommer vom Kabinett beschlossen werden soll. Dann soll es auch eine gemeinsame Antwort der Bundesregierung auf die Vorschläge der Öffentlichkeit geben.

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.