Palmöl billiger als Dieselkraftstoff

ufop_logo_400x300Berlin, 18. Juni 2019. Die Verkaufspreise für Palmöl und Dieselkraftstoff haben zuletzt Preisgleichheit erreicht, nachdem das Tropenöl sechs Monate lang sogar billiger war. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen erinnert an die Regelung in der neugefassten Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) zur Festsetzung der Basismenge von Biokraftstoffen aus Anbaubiomasse mit hohem Risiko für Landnutzungsänderungen.

Dieser Regelung zufolge muss die im Jahr 2019 auf die nationalen Quotenverpflichtungen angerechnete Menge an „Palmölkraftstoffen“ (Biodiesel oder Hydriertes Pflanzenöl) ab Januar 2024 schrittweise bis 2030 auf „0“ Tonnen reduziert werden.  

Die UFOP befürchtet einen Anstieg der Palmölverwendung, da die Preise für Palmöl seit Januar 2017 auf ein sehr niedriges Niveau gesunken sind, das zeitweise sogar unter dem für Dieselkraftstoff lag. Ursächlich für diese Entwicklung ist vorrangig das weiter steigende globale Pflanzenölangebot, insbesondere bei Palmöl. Allein für Indonesien schätzen Experten einen Anstieg von 37 Mio. t in 2017 auf 43 Mio. t im laufenden Jahr. Die Angebotsüberschüsse sorgten folglich für Kursdruck. Besonders deutlich verloren die Preise im November 2018 und sackten nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) auf ein Niveau, so niedrig wie zuletzt vor 9 Jahren.

Im gleichen Zeitraum nahmen die Notierungen für Rohöl einen entgegengesetzten Verlauf. Diese stiegen kräftig an, bedingt durch Sanktionen der USA gegen den Iran und Selbstbeschränkungen der OPEC-Staaten hinsichtlich der Fördermengen. Zudem begrenzten verringerte Förderleistungen in Russland und den USA das Angebot und trieben damit die Ölnotierungen nach oben. In Deutschland erreichte Diesel ab Tanklager netto den Spitzenpreis von 68,14 Cent/l und damit ein 6-Jahreshoch. So überstieg Diesel im Juli 2018 erstmals die Linie der Palmölpreise und blieb für Wochen darüber. Aus Sicht der UFOP wäre es absurd, wenn ausgerechnet Palmölkraftstoffe von diesen Preiskapriolen in 2019 profitieren würden und – gemessen am Absatz in 2019 – für die Jahre bis Ende 2023 und von diesem Niveau ausgehend bis 2030 absinkend ihre Marktbedeutung in der Europäischen Union geradezu „befestigen“ würden.

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