"CO2-Preis darf nicht verwässert werden, sonst läuft die Elektrifizierung ins Leere"
Düsseldorf, 17. Juli 2026. Die heute veröffentlichten Entwürfe der EU-Kommission zur Reform des europäischen Emissionshandels (ETS1) sowie zu einer europäischen Elektrifizierungsstrategie kommentiert Dr. Tim Loppe, Leiter Medien & Politik bei der naturstrom AG:
„Der Emissionshandel ist ein entscheidender Hebel des europäischen Klimaschutzes. Mit dem heutigen Reformvorschlag schwächt die Kommission dieses zentrale marktwirtschaftliche Instrument – zulasten von Innovation und Resilienz. Dabei bilden die CO2-Preise längst noch nicht die vollen Schadenskosten der ausgestoßenen Emissionen ab.
Es ist zwar anzuerkennen, dass die Kommission sich um eine ausgewogene Reform bemüht hat. Etwa dadurch, dass sie die weitere Ausgabe von kostenlosen Zertifikaten nur gegen Investitionsauflagen möglich machen will. Dennoch wird mit den Anpassungen an Marktstabilitätsreserve, Reduktionspfad und der weiteren Ausgabe kostenloser Zertifikate insgesamt der Preisdruck klar gemindert.“
Emissionshandel-Reform benachteiligt Vorreiterunternehmen
„Damit drohen die Zertifikatspreise sogar deutlich zu sinken. Das benachteiligt sowohl den Klimaschutz als auch Unternehmen, die bereits in Maßnahmen zur Emissionsreduktion investiert haben. Parlament und Staaten müssen hier im anstehenden Trilog gegensteuern. Der CO2-Preis darf nicht verwässert werden!“
Elektrifizierungsstrategie richtiger Impuls für Klimaschutz & Wirtschaft
„Im Gegensatz zur ETS-Reform ist die vorgelegte Elektrifizierungsstrategie ein sehr positiver Impuls – und zwar nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch für Wirtschaft und Verbraucher:innen. Nur mit mehr Stromanwendungen können wir strukturell Emissionen reduzieren, die Abhängigkeit unseres Kontinents von Energieimporten verringern und die europäischen Stärken bei Forschung und Industrie besser ausspielen. Daher ist es absolut begrüßenswert, dass die EU-Kommission ein Elektrifizierungsziel von 46 Prozent bis 2040 prüft, den Smart-Meter Rollout beschleunigt und Strom im Verhältnis zu Gas günstiger machen will.
Allerdings: Der Weg zu einem strombasierten Energiesystem ist zwar richtig, wirklich sauber und resilient wird ein solches System aber nur mit Erneuerbaren Energien. Um diese Modernisierung zu schaffen, müssen die wahren Kosten fossiler Energieträger sichtbar werden. Auch vor diesem Hintergrund braucht es also einen wirksamen CO2-Preis, sonst läuft die Elektrifizierung ins Leere.“
Pressekontakt
Finn Rohrbeck
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