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Erneuerbare Energien sind in vielerlei Hinsicht relevant, sie wirken sowohl klimaschonend, demokratie- wie auch wirtschaftsfördernd. Zudem wird die Energie aus Sonne, Wind, Bioenergie, Geothermie und Wasserkraft in ganz unterschiedlichen Bereichen eingesetzt, sowohl zur Strom- und Wärmegewinnung als auch zur Sicherung von Mobilität. Auf den folgenden Seiten erhalten Sie einen Überblick über die vielfältige Welt der Erneuerbaren Energien.

Gute Gründe

Viele gute Gründe sprechen für die Energiewende und den Umstieg auf Erneuerbare Energien.

Strom

Strom ist aus dem täglichen Leben nicht wegzudenken. Er sorgt für Licht und frische Lebensmittel, für den Betrieb von Haushaltsgeräten und Unterhaltungselektronik. Windenergieanlagen, Wasserturbinen, Biogasanlagen, Holzkraftwerke, Photovoltaikmodule und Erdwärmekraftwerke erzeugen umweltfreundlichen und ressourcenschonenden Strom.

Im Jahr 2019 deckten Erneuerbare Energien bereits 42,1 Prozent des deutschen Strombedarfs. Mit 243 Milliarden Kilowattstunden stellten Erneuerbare Energien rund 40 Prozent der deutschen Bruttostromerzeugung bereit. Die Windenergie trug davon den Löwenteil mit rund 126 Milliarden Kilowattstunden beziehungsweise einem Fünftel der gesamten Stromerzeugung. Gleichzeitig sank der Anteil von Braun- und Steinkohle auf zusammen rund 28 Prozent.






Wärme

Erneuerbare Energien sorgen für ein warmes Zuhause. Sie reduzieren die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und schaffen eine Absicherung gegen immer höhere Kosten. Beim Heizen machen sich die steigenden Öl- und Gaspreise besonders bemerkbar. Die Wohn-Nebenkosten sind zur zweiten Miete geworden. Mit einer Solarthermieanlage, einer Holzpelletsheizung oder einer Erdwärmepumpe werden Ein- und Mehrfamilienhäuser unabhängig von fossilen Brennstoffen. Siedlungen und Stadtteile können über Nahwärmenetze effizient mit Wärme aus Biogas oder Holz versorgt werden. 

Schon heute ist es günstiger mit Erneuerbaren Energien zu heizen - auch wenn eine solche Anlage in der Anschaffung noch teurer ist als eine Öl- oder Gasheizung. Rasant steigende Preise sorgen jedoch dafür, dass Erneuerbare Wärme über die Laufzeit der Heizung weniger kostet.

Im Wärmesektor ist es Ziel der Bundesregierung, den Anteil der Erneuerbaren Energien bis 2020 auf 14 Prozent zu erhöhen. Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz verpflichtet Bauherren seit 2009, den Wärmebedarf von Neubauten anteilig aus Solarenergie, Biomasse oder Erdwärme zu decken. Ersatzmaßnahmen wie eine verbesserte Dämmung des Hauses, der Anschluss an ein Fernwärmenetz oder Kraft-Wärme-Kopplung sind möglich. Über den Pflichtanteil hinaus wird das Heizen mit Erneuerbaren Energien durch das Marktanreizprogramm gefördert. Eine sogenannte "Klimaprämie" erhält, wer eine Solarthermieanlage, einen automatisch beschickten Holzpellet- oder Scheitholzofen oder eine Erdwärmesonde einbaut. Je nach Größe und Beschaffenheit der Anlage variiert dieser Investitionskostenzuschuss. Zinsgünstige Darlehen vergibt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). 

Im Jahr 2019 deckten Erneuerbare Energien 14,5 Prozent des gesamten deutschen Wärmebedarfs.

Verkehr

Zeit drängt beim Klimaschutz im Verkehr. Im Jahr 2019 machten die Emissionen im Mobilitätssektor mit 163 Millionen Tonnen CO2 mehr als ein Fünftel der gesamten Klimagasemissionen in Deutschland aus. Während die Emissionen insgesamt in allen Sektoren um 6,3 Prozent gegenüber 2018 sanken (im Strombereich sogar um 16,7 Prozent), stiegen sie im Verkehr um knapp ein Prozent. Auch beim Einsatz Erneuerbarer Energien werden seit Jahren kaum Fortschritte erzielt. Erneuerbare Energien stellen heute 5,6 Prozent am gesamten Kraftstoffverbrauch. Biokraftstoffe machten davon den größten Anteil. aus, erneuerbarer Strom nur etwa 14 Prozent.

Wirtschaft

Die Erneuerbaren Energien haben sich zu einer der führenden deutschen Technologiebranchen und einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Erneuerbare Energien sorgen für Wachstum, regionale Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze.

Neben den eigentlichen Investitionen gibt es weitere wirtschaftliche Impulse: Betrieb und Wartung haben positiven Einfluss auf andere Branchen, weil etwa die Betriebskosten für Anlagenbetreiber entsprechende Umsätze für Zulieferer bedeuten. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist also entscheidend für den Wirtschaftsstandort Deutschland - und für konsequenten Klimaschutz unerlässlich.

Weltweit wachsen die Investitionen in Wind- und Wasserkraft, Solar- und Bioenergie sowie Erdwärme rasant an. Wichtige Wachstumsmärkte sind neben der Europäischen Union vor allem China, Indien und die USA. Deutschland gehört zur Weltspitze in der Entwicklung und Anwendung von Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien. Wissen und Technik "Made in Germany" sind Exportschlager und werden weltweit zur Strom-, Wärme- und Kraftstofferzeugung aus Erneuerbaren Energien eingesetzt. 




Erneuerbare Karriere

Die Branche der Erneuerbaren Energien entwickelt sich sehr dynamisch. Zahlen zu den Arbeitsplätzen im Bereich der Erneuerbaren Energien und den Entwicklungen in der Energiewirtschaft finden Sie in unserem Grafikbereich.

Universitäten, Fachhochschulen und Unternehmen reagieren auf einen großen Fachkräftebedarf und schaffen stets neue Ausbildungsmöglichkeiten. Auch durch einen hohen Innovationsgrad und mit einer zunehmenden Internationalisierung eröffnen sich laufend neue Arbeitsfelder. Viele der neu entstehenden Arbeitsplätze liegen in den Bereichen Service, Montage, Planung und Beratung, sowie bei Produktion und Vertrieb. Entsprechend sind vor allem Ingenieur*innen und Fachpersonal mit technischer Ausbildung gefragt. Aber auch naturwissenschaftlich und kaufmännisch ausgebildete Fachkräfte werden gesucht. Die Anforderungen an die Bewerber*innen bleiben trotz des Mangels an qualifizierten Arbeitskräften hoch. Neben der klassischen Fachausbildung sind branchenspezifische Berufserfahrungen von zentraler Bedeutung. Fächerübergreifendes Wissen ist gefragt. Quereinsteiger*innen haben damit ebenso gute Chancen wie Spezialist*innen. Auch bei den "weichen" Qualifikationsmerkmalen werden zahlreiche Ansprüche an Bewerber*innen gestellt. Teamfähigkeit, Eigeninitiative, Engagement, Durchsetzungsvermögen, Flexibilität und ein großes Maß an Mobilitätsbereitschaft werden in der Branche vorausgesetzt. Bei zunehmender Internationalisierung nehmen Sprachkenntnisse und interkulturelle  Kompetenzen an Bedeutung zu. 

Unternehmen der Erneuerbaren Energien sind für viele ein attraktiver Arbeitgeber. Die Mischung aus Technik und Wirtschaft und der Anspruch auf aktiven Klimaschutz machen sie besonders interessant für junge Menschen. Aufgrund des Fachkräftemangels und durch die dynamischen Entwicklungen in der Branche werden auch vermehrt junge Absolvent*innen und unerfahrenes Personal eingestellt. 

Politik

Der Schutz des Klimas und eine sichere Energieversorgung gehören zu den wichtigsten globalen Herausforderungen der Menschheit. Erneuerbare Energien, Energieeinsparungen und der Einsatz effizienter Technologien sind zentrale Strategien, um diese Herausforderungen zu meistern.

Weltweit haben sich 144 Staaten eigene Ziele für den Ausbau der Erneuerbaren Energien gesetzt. 138 Staaten und Regionen setzen Politikmaßnahmen ein, um den Anteil Erneuerbarer Energien an der Energieversorgung zu erhöhen. Die Staaten der Europäischen Union haben sich verpflichtet, bis 2020 den Anteil Erneuerbarer Energien auf 20 Prozent zu erhöhen und streben gleichzeitig 20 Prozent weniger Treibhausgasemissionen an. In Deutschland steht auf den Ebenen des Bundes, der Bundesländer und der Kommunen eine breite Palette an Politikinstrumenten zur Verfügung, um Erneuerbare Energien zu fördern.

Akzeptanz

Erneuerbare Energien: ja bitte! Aber nicht vor der eigenen Haustür? Auch wenn die Protest-Stimmen laut sind und Bürger*innen-Initiativen gegen Erneuerbare-Energien-Anlagen mobilisieren, zeigen Umfragen, dass sich die überwältigende Mehrheit der Bürger*innen für eine Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen ausspricht. Bei konkreten Projekten vor Ort hängt die Akzeptanz aber stark davon ab, wie die Anwohner*innen bei der Planung und Umsetzung beteiligt werden.

Die jährliche Akzeptanz-Studie der AEE durch YouGov (zuletzt im Oktober 2019) zeigt, dass 89 Prozent der Deutschen den verstärkten Ausbau Erneuerbarer Energien für wichtig oder sogar sehr bzw. außerordentlich wichtig halten.

Zur AEE-Akzeptanzumfrage 2019 »

Natur- und Artenschutz

Um den Klimaschutz voranzutreiben, müssen Erneuerbare Energien ausgebaut werden. Unbestritten hat dieser Ausbau Auswirkungen auf Flora und Fauna, da die regenerativen Energiequellen mehr Fläche benötigen. Trotzdem ist dieser Eingriff in die Natur notwendig, weil langfristig nur durch eine Energieversorgung aus 100 Prozent Erneuerbaren Energien vermieden wird, dass gefährliche Schadstoffe ausgestoßen werden, die Auswirkungen auf Ökosysteme haben.

Jede Form der Energieerzeugung bedeutet einen Eingriff in die Natur. Dieser Eingriff kann und sollte naturverträglich stattfinden. Dafür müssen bei Planung und Umsetzung an den einzelnen Standorten der Natur- und Artenschutz mit der Energiewende in Einklang gebracht werden. Informationen, was gute Lösungen sein können, finden Sie etwa auf der Website des NABU.