Energie aus Bioabfällen noch zu wenig genutzt

Logo_Fachverband_Biogas_400x300Freising. Über 23 Millionen Tonnen Bioabfälle fallen jedes Jahr in Deutschland an. Und in jeder einzelnen steckt noch viel Energie, die optimal in Biogasanlagen genutzt werden könnte. Insgesamt ließen sich Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1.160 Megawatt elektrisch (MWel) aus diesem Abfall betreiben. In der Praxis sind es aktuell aber nur 350 MW, die von den circa 350 bis 400 Abfallvergärungsanlagen generiert werden. Mit dem noch nicht erschlossenen Potenzial von 810 MW könnte ein durchschnittliches Gaskraftwerk komplett mit Biomethan versorgt werden.

„Da ist noch viel Luft nach oben“, sagt der Leiter des Referats Abfall, Dünung und Hygiene im Fachverband Biogas e.V., David Wilken, anlässlich des heute in Eltville am Rhein beginnenden Abfallvergärungstages und Fachseminars der GüteGemeinschaft Gärprodukte (GGG) e.V. Vom 12. bis 14. März diskutieren rund 120 Experten über die Optimierung der energetischen Verwertung von Abfällen verschiedenster Herkunft.

„Zum ersten Mal finden die beiden renommierten Veranstaltungen – Abfallvergärungstag und GGG Fachseminar – zur gleichen Zeit am gleichen Ort statt“, freut sich Wilken. Das neue Konzept ermöglicht den intensiven Austausch zwischen den Vergärern der Inhalte aus der Biotonne, dem „Bio- und Grüngut“, und jenen, die gewerbliche und industrielle Abfälle verwerten, beispielsweise Speisereste aus Restaurants, Fettabscheider oder überlagerte Lebensmittel.


Themenschwerpunkte an den drei Tagen sind die Aufbereitung und Vermarktung der nach der Vergärung anfallenden Gärprodukte, die rechtlichen Anforderungen an Abfallanlagen, die Vorstellung von Praxisbeispielen sowie die Problematik von Fremdstoffen bei der Erfassung von Bioabfall.


„Fremdstoffe sind ein großes Problem bei der Weiterverwertung von Bioabfällen“, erklärt der Referatsleiter. „Sie erschweren die Vergärung in der Biogasanlage und lagern sich am Ende als Rückstände im Gärprodukt an.“ Mit der „Aktion Biotonne“ im Herbst 2017, die u.a. vom Bundesumweltministerium, den Landesumweltministerien, dem Nabu, der Handelskette Rewe und dem Fachverband Biogas unterstützt wurde, ist diese Problematik deutschlandweit an den Endverbraucher herangetragen worden mit dem Ziel, die Qualität der getrennten Bioabfallsammlung zu erhöhen.

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