Kohleausstiegsgesetz: Förderung für Energieversorgung aus Geothermie muss verstärkt werden!

BVG_logo_400x300Berlin, 3. Juli 2020 Nach dem, am 3. Juli beschlossenen, Kohleausstiegsgesetz wird künftig die Umstellung von fossiler Fernwärmeversorgung auf Wärme aus Erneuerbaren Energien in Verbindung mit neuen KWK-Anlagen gefördert. Dafür wurde ein EE-Bonus von bis zu 7 Cent pro Kilowattstunde für die Betreiber zusätzlich zur KWKG-Förderung (Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung) beschlossen. Allerdings sind Einspeisung von Fernwärme aus Erneuerbaren Energien in alte KWK-Netze und reine EE-Netze weiterhin nicht förderfähig.

Dr. Erwin Knapek, Präsident des Bundesverbands Geothermie (BVG), betont dass das geplante Kohleausstiegsgesetz nicht ambitioniert genug ist. „Mit dem Umstieg von fossilen Kohlekraftwerken auf fossile Gaskraftwerke wechselt man von einem Klimasünder zu dem nächsten und legt die Investitionen auch noch für viele Jahre fest. Vor allem die unzureichende Berücksichtigung von Wärme aus erneuerbaren Energien, allen voran Geothermie ist zu beklagen. Hier muss zügig nachgesteuert werden, am besten mit einem umfassenden Programm für den Ausbau der Wärmenutzung aus Geothermie und weiteren direkt nutzbaren Erneuerbaren Energien.“

Im Rahmen des Kohleausstiegs plant die Bundesregierung im Kern die Umstellung von Kohle- auf Gaskraftwerke finanziell zu fördern. Berücksichtigt man die direkten Methan Emissionen bei der Vorkette für Gaskraftwerke führen fossile Gaskraftwerke jedoch zu einem Umfang an Treibhausgasemissionen, der nicht mit dem Ziel der angestrebten Klimaneutralität vereinbar ist.

Statt der finanziellen Förderung von neuen Gaskraftwerken müsste der Ausbau der erneuerbaren Energien, im Wärmebereich vor allem der Geothermie direkt stärker forciert werden. Dass die Versorgung von Deutschland und Europa mit Strom und Wärme komplett aus erneuerbaren Energiequellen gewährleistet werden kann belegen auch mehrere Studien, beispielsweise z.B. Bartholdtsen et al. 2019.

„Deutschland ist als Industriestandort sehr gut mit Technik ausgestattet, um in einem ersten Schritt für die Beheizung von Gebäuden und für die Erwärmung von Brauchwasser und sogar für Prozesswärme im unteren Temperaturbereich auf fossile Energieträger verzichten zu können. Die politisch Verantwortlichen sind darüber hinaus aufgefordert Techniken zu unterstützen, die es ermöglichen, den Import von fossilen Energieträgern einzusparen. Wichtig ist es jetzt, die Zusagen für Investitionsprogramme im Bereich Erneuerbare Energien und für die vom Kohleausstieg betroffenen Regionen zielgenau und mit wirksamen Maßnahmen zu unterlegen“, betont Dr. Erwin Knapek.

Geothermie ist schon heute flächendeckend, zuverlässig mit und ohne Fernwärmenetze nutzbar. Die Region München geht hier sehr erfolgreich vor. Im Oberrheingraben und im Norddeutschen Becken schlummern vergleichsweise einfach zu erschließende Quellen. Kommunen und Stadtwerke benötigen für deren direkte Nutzung dringend mehr Rückenwind.“

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Dr. André Deinhardt
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