Bürgerenergie dominierte erste Ausschreibungsrunde für Wind an Land

windrad_kronfeldDie Bundesnetzagentur hat im Mai 2017 im Rahmen der ersten EEG-Ausschreibungsrunde für Windenergieanlagen an Land 70 Zuschläge für 224 Windenergieanlagen erteilt. Die Gesamtleistung der geplanten Anlagen beträgt 807 Megawatt. Der durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 5,71 Cent je Kilowattstunde (Ct/kWh). 93 Prozent der Zuschläge bzw. 96 des Volumens gingen an Bürgerenergiegesellschaften.

Für Bürgerenergiegesellschaften galten im Rahmen des Verfahrens besondere Regelungen: Sie konnten – anders als andere Bieter – Gebote für Anlagen auch vor Erteilung einer Genehmigung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz abgeben. Von dieser Möglichkeit haben 95 Prozent auch Gebrauch gemacht. Weiterhin hat diese Akteursgruppe eine um 24 Monate verlängerte Realisierungsfrist; statt 30 Monate nach öffentlicher Bekanntgabe stehen ihnen 54 Monate für die Errichtung zur Verfügung. Damit sind belastbare Aussagen zur Realisierungsrate und der damit einhergehenden Zielerreichung des Windausbaupfades erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt möglich.

René Mono, Vorstand im Bündnis Bürgerenergie e.V. nahm die Meldung, dass so viele ‚Bürgerenergie-Gesellschaften‘ zum Zuge gekommen sind, positiv auf. Er gab allerdings zu bedenken, dass mit einer vollkommen neuen Definition von Bürgerenergie gearbeitet wurde. Daher müsse genau geprüft werden, ob alle Unternehmen, die sich als Bürgerenergie-Gesellschaften in der Ausschreibung ausgewiesen haben, tatsächlich das erfüllen, worauf es bei Bürgerenergie ankommt - Partizipation von Bürgern. Mono hält es für denkbar, dass sich in Wahrheit Großinvestoren hinter Bürgerenergiegesellschaften verbergen und sieht die Gefahr, dass die Energiewende so zum Tummelplatz großer Konzerne würde, die dazu beitragen könnten, dass die Vorteile der Energiewende nicht den Menschen vor Ort zu Gute kämen.

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.