Strommarkt 2025: Extreme nehmen zu, Flexibilität lohnt zunehmend

Düsseldorf, 5. Januar 2026. Ein neuer Rekord: 573 Stunden mit Negativpreisen brachte das Jahr 2025, wie eine Auswertung der Day-Ahead-Preise an der Strombörse durch die naturstrom AG zeigt. Zugleich stiegen die Day-Ahead-Preise im vergangenen Jahr in 162 Stunden auf mehr als 200 Euro pro Megawattstunde. Angesichts zunehmender Preisschwankungen lohnt sich Flexibilität im Strommarkt immer mehr.

Das durchschnittliche Preisniveau lag mit 89,08 Euro pro Megawattstunde rund zehn Euro über dem Vorjahr, zudem nahmen die Preisausschläge deutlich zu. 573 Stunden mit Negativpreisen sind über 100 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2024 (457). In den generell günstigen Zeiten mit viel Ökostrom-Erzeugung – insbesondere in den solaren Spitzenzeiten – fallen die Preise also zunehmend unter die Nulllinie. Bei Niedrigpreisstunden unter 30 Euro ist das Wachstum nicht ganz so deutlich: von 1231 im Jahr 2024 auf 1284 im Jahr 2025. 

Und auch die Hochpreiszeiten werden mehr. Gegenüber dem Vorjahr 2024 haben die Stunden mit Börsenstrompreisen von über 200 Euro pro Megawattstunde um über ein Viertel auf nun 162 zugenommen.
Verbraucher:innen können von schwankenden Preisen profitieren
„Ein modernes Stromsystem auf Basis Erneuerbarer Energien muss flexibel und digital sein. Deutschland befindet sich hier in einem Aufholprozess, weshalb sich der Verbrauch noch nicht ausreichend der Erneuerbaren-Erzeugung anpasst. Das führt zu einer Zunahme der extremen Preisausschläge im Markt“, ordnet Oliver Hummel, Vorstandsvorsitzender der naturstrom AG, ein. Gleichzeitig betont er die Chancen dieser Entwicklung: „Flexibilitätsvorreiter können von den zunehmenden Negativ- und Niedrigpreisphasen heute schon profitieren. Wer über größere steuerbare Stromverbraucher wie Wärmepumpe, Wallbox oder Speicher verfügt, kann die Verbräuche in günstige Phasen schieben und mit einem dynamischen Tarif enorm sparen – und gleichzeitig dazu beitragen, das System immer besser auf die Erneuerbaren auszurichten.“ Die Kostenersparnis, die sich durch dynamische Stromtarife und vergünstigte Netzentgelte realisieren lässt und die für E-Autos bis zu 80 Prozent betragen kann, hatte naturstrom Ende Oktober durch eine Studie untersuchen lassen. 

Upgrade des Energiesystems steht an

2026 und in den kommenden Jahren sind deutliche Fortschritte bei vielen Flexibilitätsoptionen in Sicht: Der Netzausbau auf Übertragungsebene wird deutlich vorankommen, beim Smart-Meter-Rollout werden klare Fortschritte erwartet und Speicher werden eine deutlich wichtigere Rolle einnehmen. Letzteres gilt sowohl für große Batteriespeicher, die zunehmend in den Markt kommen, als auch für die Heimspeicher, die gemäß den Plänen der Bundesregierung und der Bundesnetzagentur künftig systemdienlicher eingesetzt werden können. 
Hummel blickt entsprechend optimistisch voraus: „Wir sind nun an einem Punkt, an dem wir unser Energiesystem grundlegend upgraden. Wenn wir das klug anstellen, wird das viele Vorteile haben. Die Basis dafür bleibt der Ausbau Erneuerbarer Energien in hohem Umfang, auch als Innovationstreiber. Die aus der Ökostrom-Erzeugung resultierenden Preissignale müssen dann viel stärker im Markt genutzt werden. Die Hochpreisphasen bieten dabei ebenfalls Chancen, etwa durch die Kombination von Erneuerbaren-Anlagen mit Speichern und entsprechend optimierte Vermarktungsmöglichkeiten. In diesem Bereich werden auch wir als naturstrom uns im neuen Jahr und darüber hinaus verstärkt engagieren.“ 

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