15. Handeln ist billiger als warten

Umweltkosten_der_Stromerzeugung_in_Deutschland_Sep14_web_72dpiKlimaschutz erfordert heute Investitionen in effiziente und CO2-arme Technik. Diese machen sich in Unternehmen und für Privathaushalte oft schon nach wenigen Jahren bezahlt, wenn der Energieverbrauch sinkt. Für die Gesellschaft und die Weltgemeinschaft fallen durch solche Investitionen weniger Kosten an, um den Folgen des Klimawandels wie Ernteausfällen, Naturkatastrophen oder Krankheiten zu begegnen. Renommierte Ökonomen haben vor ausufernden Kosten des Klimawandels gewarnt. Der britische Ökonom Sir Nicholas Stern betont in seinem schon 2006 erschienenen Bericht, dass rasche Maßnahmen, um den CO2-Ausstoß zu stabilisieren, etwa ein Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) verlangen würden. Wird nichts getan, steigen die jährlichen Kosten des Klimawandels immer stärker. Eine neuere Studie des Universal Ecological Fund (FEU) schätzt den Schaden des Klimawandels im Jahr 2017 auf 300 Milliarden Dollar in den USA. Die Studie bezieht Extremwetter-Ereignisse und steigende Gesundheitsausgaben durch Luftverschmutzung in die Berechnung der Folgekosten des Klimawandels mit ein.

 

Auch der Weltklimarat (IPCC) warnt vor den Auswirkungen des Klimawandels. Nach Ansicht der Wissenschaftler müsste der weltweite CO2-Ausstoß bis 2050 mindestens halbiert werden, um einen Temperaturanstieg von mehr als 2°C zu verhindern. Ein solcher Anstieg bedeutet spürbare Klimaveränderungen - die wiederum Anpassungskosten mit sich bringen. Für die Industrieländer heißt das, die Treibhausgase um 80 Prozent zu verringern. Ohne die Förderung Erneuerbarer Energien ist das nicht erreichbar. Der Emissionshandel in der Europäischen Union setzt wegen der aktuell viel zu niedrigen Preise für die Verschmutzungsrechte hingegen keine Impulse für den Klimaschutz.