SMR - Die neuen Heilsbringer?

Angesichts internationaler Krisen und verunsicherter Märkte flammt die Debatte über die Atomkraft erneut auf – diesmal allerdings eine Nummer kleiner. Small Modular Reactors (SMR) werden von Befürworter*innen und Politiker*innen als neue Hoffnungsträger beschworen. Die Mini-AKW sollen sicherer, günstiger und schneller zu bauen sein als klassische Großreaktoren und künftig Strom für datenintensive Technologien liefern. Doch hält dieser Optimismus der tatsächlichen Entwicklung stand?

Ein genauer Blick zeigt rasch die Grenzen des neuen Hypes. Der Begriff SMR vereint hochgradig unterschiedliche Reaktorkonzepte mit eigenen Brennstoffen und Lieferketten – von einer einfachen industriellen Serienfertigung in hohen Stückzahlen ist die Branche weit entfernt. Hinzu kommt das Kostenversprechen: Bisherige Projekte verdeutlichen, dass auch kleine Reaktoren Milliarden verschlingen und grundlegende Fragen wie die Endlagerung ungelöst lassen.

Vor allem aber ist die Zeit der entscheidende Faktor. SMR dürften erst in Jahrzehnten einen nennenswerten Beitrag leisten – zu spät für die akuten Herausforderungen der europäischen Klimaneutralität. Während Dürreperioden und Hitze bereits heute die Wasserressourcen und Stromnetze Europas unter Druck setzen, erweisen sich Erneuerbare Energien längst als verfügbare und funktionierende Realität.

Ob SMR mehr als eine Zukunftsvision sind und weshalb die Energiewende vor allem politischen Willen statt neuer Heilsversprechen braucht, zeigt der ausführliche Beitrag in unserem diesjährigen KOMM:MAG, das Anfang November in gedruckter und digitaler Ausgabe erscheint.

Mehr zum Thema können Sie hier lesen:

SMR: Wirtschaftsministerium hält kleine AKWs für nicht marktfähig - Golem.de

Small Modular Reactors: Dieser Report ernüchtert Reiche – ihre Beamten liefern Argumente gegen den Atom-Wiedereinstieg - WELT

Mini-AKW: Fachleute in Reiches Ministerium halten Technologie noch nicht für marktfähig - n-tv.de

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