VDB zum THG-Quotengesetz: Beschluss im Bundestag gibt der heimischen Biokraftstoffwirtschaft wieder eine Perspektive

Berlin, 23.04.2026 – Mit dem Beschluss des THG-Quotengesetzes im Deutschen Bundestag setzt Deutschland zentrale Vorgaben der RED III für den Verkehrssektor um. „Die Verabschiedung im Bundestag ist die wesentliche Voraussetzung, um durch Betrugsvorbeugung und Weiterentwicklung der THG-Quote eine Erholung des deutschen Biokraftstoffmarktes zu ermöglichen“, sagt Elmar Baumann vom Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie. „Ein Beschluss im Bundesrat muss zügig folgen. Auf ein Ende des Betruges mit fortschrittlichen Biokraftstoffen warten wir seit 2023.“ 

„Es ist entscheidend, dass regulatorische Fehlanreize gestrichen werden. Dies wird durch die Abschaffung der Doppelanrechnung fortschrittlicher Biokraftstoffe zum 1. Januar 2026 erreicht“, sagt Baumann. „Gleichzeitig wird die spürbare Anhebung der THG-Quotenhöhe ab 2027 dafür sorgen, dass die riesigen Überhänge aus den Vorjahren abgebaut werden. Der bestehende Quotenüberschuss stammt im Wesentlichen aus falsch deklarierten Importen. Die durch den Betrug bewirkten Marktverwerfungen haben Investitionen in Erneuerbare für den Verkehr in Deutschland zum Erliegen gebracht. Mit dem jetzigen Beschluss besteht die Chance auf eine Umkehr“, so Baumann.

Biokraftstoffe sind aktuell und bis auf Weiteres der wichtigste erneuerbare Energieträger im Straßenverkehr. Mit B7 (7 Prozent Biodiesel im Diesel) und E5/E10 (5 sowie 10 Prozent Bioethanol im Benzin) sind Biokraftstoffe praktisch in jeder Tankfüllung enthalten. Zukünftig wird es erlaubt sein, zehn Prozent Biodiesel (B10) beizumischen. Für viele Nutzfahrzeuge sind höhere Beimischungen wie B20 oder B30 zugelassen, häufig sogar reiner Biodiesel, also B100.

In Zeiten geopolitischer Krisen verringern Biokraftstoffe die Abhängigkeit von fossilen Importen, und Biodiesel trägt zu einem größeren Angebot beim knappen Dieselkraftstoff bei. „Biokraftstoffe mindern verlässlich Treibhausgasemissionen im Straßenverkehr. Gleichzeitig sind sie ein unverzichtbarer Baustein für Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stabilität“, sagt Baumann.

In Bezug auf die seit 2023 von der Biokraftstoffwirtschaft geforderte Betrugsvorbeugung sagt Baumann: „Die Verschärfung von Nachhaltigkeitszertifizierung und Kontrollen mit verbindlichem Zugang deutscher Behörden zu Produktionsbetrieben auch außerhalb Deutschlands ist die Voraussetzung, um wieder faire Wettbewerbsbedingungen im Markt zu schaffen. Ergänzend dazu muss die Novellierung der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung zügig vom Kabinett beschlossen werden“.   

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Ines Grunow
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