343 Jahre alt und jetzt wieder fit für das 21. Jahrhundert
Herrenberg, 31. Januar 2026. Einst diente der stattliche Fachwerkbau als Lager für den Zehnten der Landbevölkerung sowie als Kelter. Umfangreich saniert und umgebaut wird das historische Gebäude ab Sommer 2026 zum Museum, Veranstaltungsort, Café und Tourist-Info. Damit der Gigant unter den örtlichen Fachwerkbauten keine gigantischen Heizkosten und Treibhausgase verursacht, wurden als zentrales Heizsystem zwei Solewärmepumpen und ein Kollektorfeld des Herstellers GeoCollect installiert. Die zweilagig in 1,5 und 2,5 Meter Tiefe verlegten Kollektorstränge nutzen den knappen innerstädtischen Raum optimal aus. Innovativ: Dank der Verfüllung der Kollektoranlage mit Flüssigerde entsteht ein unsichtbarer Energiemonolith mit optimalem Wärmeübergang zum erneuerbaren Heizen und Kühlen.
Der Aufwand lohnt sich: Die beiden Wärmepumpen mit je 30 kW Leistung werden einen Großteil des Wärmebedarfs decken. Ein Teil kommt aus der genutzten Abwärme der IT-Infrastruktur. Bei sehr kalten Temperaturen unterstützt ein Gas-Brennwertkessel. Die Effizienz der Wärmepumpenanlage liegt mit einer Jahresarbeitszahl von 4,8 auf Neubauniveau und das bei einem mehr als 300 Jahre alten Gebäude.
Um die 1.600 Quadratmeter des Gebäudes zu heizen, sind auf dem kleinen Platz davor nur rund 300 Quadratmeter für die Kollektoranlage nötig. Die hohe Effizienz der Kollektoren macht das möglich. Immer wichtiger: Die Anlage kann den Fruchtkasten mit seinem mächtigen Dach auch auf natürliche Weise kühlen. Dazu laufen nur die effizienten Umwälzpumpen. Die dem Gebäude im Sommer entzogene Wärme wird im Erdreich gespeichert und steht in der darauffolgenden Heizperiode wieder zur Verfügung. Für einen guten Übergang von Wärme und Kälte zwischen den Kollektoren und dem Erdreich wurde die Kollektoranlage mit Flüssigerde verfüllt und wird so zum stabilen Energiemonolith.
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