Biodiesel sichert Klimaschutz für Lkw, Busse, Traktoren und mobile Maschinen: Aktualisierte Freigabenliste für Nutzfahr-zeuge mit B20, B30 und B100

Berlin, 03.03.2026 – Viele Lkw, Busse, Traktoren und Baufahrzeuge sind bereits für höhere Biodieselanteile freigegeben. In der aktualisierten Freigabenliste geben 20 Fahrzeug- und Motorenhersteller einen Überblick darüber, welche Nutzfahrzeuge und Motoren problem-los mit höheren Biodiesel-Beimischungen oder reinem Biodiesel betrieben werden kön-nen. 

„Mit Biodiesel steht schon heute ein erneuerbarer Kraftstoff in exzellenter Qualität und großen Mengen zur Verfügung“, sagt Elmar Baumann. Er ist Geschäftsführer beim Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB), der gemeinsam mit der Arbeitsge-meinschaft Qualitätsmanagement Biodiesel (AGQM), dem Mittelstandsverband abfall-basierter Kraftstoffe (MVaK) und weiteren europäischen Verbänden die aktualisierte Frei-gabenliste für Nutzfahrzeuge und NRMM herausgegeben hat.

Auf Europas Straßen sind aktuell rund sechs Millionen Lkw unterwegs, über 95 Prozent davon mit Dieselmotoren. Ihr jährlicher Kraftstoffverbrauch liegt bei etwa 100 Milliarden Litern. Angesichts einer Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren wird sich der Bestand diesel-betriebener Lkw auch bei zunehmender Einführung alternativer Antriebe in den nächsten Jahren nur geringfügig reduzieren. Vor diesem Hintergrund kommt dem Einsatz klima-freundlicher, sofort verfügbarer Kraftstoffe eine besondere Bedeutung zu. „Egal ob in der Bestandsflotte oder bei Neufahrzeugen: Biodiesel ist für praktikablen Klimaschutz bei schweren Nutzfahrzeugen unverzichtbar. Für Unternehmen und öffentliche Betriebe ist Biodiesel eine interessante Möglichkeit, CO2-Emissionen zu senken“, sagt Detlef Evers, Geschäftsführer beim MVaK.

Biodiesel mindert im Vergleich zu fossilem Diesel die Treibhausgasemissionen im Durch-schnitt um bis zu 86 Prozent (BLE Evaluations- und Erfahrungsbericht 2024). Aktuell wird Biodiesel dem fossilen Diesel standardmäßig in einem Anteil von bis zu sieben Prozent beigemischt und an öffentlichen Tankstellen als B7 angeboten. Darüber hinaus ermögli-chen höhere Biodiesel-Beimischungen wie B10, B20 oder B30 bis hin zu reinem Biodiesel (B100) eine deutlich stärkere Treibhausgasminderung. Grundsätzlich gilt, dass Kraftstoffe die Mindestanforderungen der geltenden Normen erfüllen müssen. „Die Güte des Biodie-sels stellt die AGQM durch ein umfassendes Qualitätssicherungssystem mit regelmäßi-gen, unangekündigten Beprobungen bei ihren Mitgliedern, Herstellern und
Lagerbetreibern sicher. So können Fahrzeuge problemlos mit B20, B30 oder B100 betrie-ben werden. Mit dem B100-Nutzfahrzeugstandard der AGQM wird der Einsatz von reinem Biodiesel in modernsten Motoren und Abgasnachbehandlungssystemen abgesichert“, sagt Katharina Friedrich, Geschäftsführerin der AGQM.

In Österreich, der Schweiz und Frankreich gibt es bereits heute einen nennenswerten Ein-satz von B100. „In der Schweiz zeigt sich, dass B100 eine sofort verfügbare und praxis-taugliche Lösung für die Defossilisierung von Nutzfahrzeugen ist. Voraussetzung dafür sind klare Freigaben und eine hohe Kraftstoffqualität. Die aktualisierte Freigabenliste schafft genau diese Transparenz und gibt Flottenbetreibern die nötige Sicherheit für den Einsatz von reinem Biodiesel“, sagt Martin Joss, Geschäftsführer von Biofuels Schweiz. „In Österreich hat Diesel einen sehr hohen Anteil am Kraftstoffmarkt. Biodiesel ist eine gefragte Alternative zur Verringerung der Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor. Die vorliegende Freigabenliste zeigt die aktuellen Einsatzmöglichkeiten von reinem Biodiesel auf. Bei B100 ist viel Potential vorhanden, seine Nutzung kann durch die Broschüre wieder neuen Schwung bekommen,“ sagt Alexander Bachler, Geschäftsführer der Plattform Er-neuerbare Kraftstoffe.


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