Junge Menschen für die Biodiversität begeistern

Berlin/ Bonn, 9. Februar 2024 - Viele junge Menschen sind bereits sensibilisiert für die Klimakrise und die Naturgefährdung. Mit ihrem Engagement übernehmen sie Verantwortung für den Schutz unserer Umwelt. Mit drei neuen Projekten im Bundesprogramm Biologische Vielfalt soll bei noch mehr Jugendlichen bundesweit das Interesse für den Schutz der biologischen Vielfalt geweckt werden, damit sie sich für eigene Aktivitäten stark machen. Dazu gehören ein Mitmachprojekt zu audiovisuellen Medien, ein bundesweiter Wettbewerb, mit dem Naturschutzaktivitäten junger Menschen honoriert werden und Angebote zur Naturerfahrung für Kinder und junge Menschen aus benachteiligten Milieus. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Bundesumweltministerium (BMUV) fördern die drei Projekte mit insgesamt knapp 3,9 Millionen Euro.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke: „Die Weichen für einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur und der biologischen Vielfalt werden in der Kindheit und Jugend gestellt. Uns ist es wichtig, jungen Menschen zu ermöglichen, Natur direkt zu erleben, sie umfassend über die Zusammenhänge gesunder Ökosysteme und deren Bedeutung für unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu informieren und sie dazu anzuregen, selbst für den Schutz der Natur aktiv zu werden.“

BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm: „Unsere Naturbewusstseinsstudie belegt, dass für die Mehrheit der Jugendlichen die Natur eine große persönliche Bedeutung hat. 65 Prozent von ihnen halten es für die Pflicht des Menschen, die Natur zu schützen. Aber nur etwa ein Drittel kennt die Bedeutung der biologischen Vielfalt.“

Handeln jetzt!

Mit ihrem bundesweiten Bildungsprojekt wollen NAJU, BUNDJugend und Naturfreundejugend junge Menschen für den Biodiversitätsschutz interessieren. Mit Formaten außerschulischer Bildung werden die Zusammenhänge und Schnittstellen zwischen Klima- und Biodiversitätsschutz vermittelt. In diesem Kontext erarbeiten Jugendliche Handlungsoptionen in der sogenannten Dreifachkrise aus Klimakrise, Artenaussterben und Verschmutzungskrise und schaffen im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung positive Zukunftsbilder im Kleinen und Großen. In einem bundesweiten Wettbewerb können sich Jugendliche mit ihren Ideen bewerben und finanzielle Unterstützung zur konkreten Umsetzung von Aktivitäten vor Ort erhalten. Außerdem wird im Projekt ein Fortbildungs- und Beratungsangebot geschaffen, das wirkungsvoll die Umsetzung dieser Aktivitäten unterstützt. So können viele kleine Veränderungsideen realisiert und junge Menschen bei der konkreten Umsetzung ihrer Ideen gestärkt und unterstützt werden. Außerdem wird das große Engagement junger Menschen für den Natur-, Umwelt- und Klimaschutz sichtbar gemacht und die wichtige Rolle von Kindern und Jugendlichen in diesem Bereich betont. Das Projekt wird von September 2023 bis Juni 2029 mit fast 1,21 Millionen Euro durch das BfN und das BMUV gefördert.

GreenCut-JUMP (JugendUmweltMedienProjekt)

Das bundesweite Umweltbildungs- und Kommunikationsprojekt für junge Menschen wird von der Gesellschaft zur Förderung von Solidarität und Partnerschaft e. V. (GESPA) von Juli 2023 bis Juli 2029 durchgeführt. Die Leitidee des Projektes ist es, Umweltbewusstsein zu fördern und jugendliche Teilnehmende zu befähigen, sich selbst im Themenfeld der biologischen Vielfalt zu professionalisieren, aktiv an der Produktion und der Nutzung von bildungsrelevanten, audiovisuellen Medien mitzuwirken und eigene Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt im Projektgebiet vor Ort anzustoßen. Die jungen Menschen sollen so zu Multiplikator*innen für das Thema biologische Vielfalt werden und gleichzeitig ihre Gestaltungs-, Medien- und Kommunikationskompetenz verbessern. Das Vorhaben wird bundesweit von verschiedenen Jugendgruppen in mindestens 30 Projektgebieten umgesetzt und von BfN und BMUV mit mehr als 1,21 Millionen Euro gefördert.

Natur (er)leben! Kinder- und Jugendhilfe packt an

Das Projekt „Natur (er)leben! Kinder- und Jugendhilfe packt an“ zielt darauf ab, bildungsbenachteiligte Jugendliche und pädagogische Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe für Biodiversität, Klima- und Naturschutz zu sensibilisieren und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Kernstück des Projektes bilden die Waldwochen, in denen die Jugendlichen und pädagogischen Fachkräfte gemeinschaftliche Naturschutzarbeiten durchführen und sich praxisorientiertes Wissen zum Erhalt der natürlichen Lebensräume, wie Wälder, Moore und Gewässer, aneignen. Außerdem werden gemeinsam mit den teilnehmenden Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe Bildungskonzepte im Kontext Bildung für nachhaltige Entwicklung und ökologische Projekte entwickelt und umgesetzt. Das Projekt bietet den verschiedenen Akteuren der Kinder- und Jugendhilfe auf Fachveranstaltungen und Workshops Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten, mit dem Ziel, Natur- und Klimaschutz als neue Querschnittsaufgabe dauerhaft in den Einrichtungen und Diensten der Kinder- und Jugendhilfe zu verankern. Im Rahmen des Projekts wird dafür auch ein Curriculum für eine Weiterbildung zum/r Waldpädagog*in entwickelt und erprobt, das den besonderen Herausforderungen der Zielgruppe Rechnung trägt. Das Projekt von Bergwaldprojekt e. V. und dem Bundesverband Caritas Kinder- und Jugendhilfe e.V. (BVkE) läuft von August 2023 bis Juli 2029 und erhält eine Förderung von fast 1,46 Millionen Euro durch BfN und BMUV.

Weitere Informationen

Bundesprogramm Biologische Vielfalt

Pressekontakt
Ulrich Schulte
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit
und Verbraucherschutz
Tel.: 030 18 305 2010
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