Geringerer Importbedarf bei Raps infolge besserer Angebotssituation in der EU
Berlin, 14. Januar 2026. – Nach Schätzung der EU-Kommission belief sich die Rapsernte 2025 in der EU-27 auf insgesamt rund 20,16 Mio. t. Gegenüber dem Vorjahr mit unterdurchschnittlichen 16,77 Mio. t bedeutet dies eine deutliche Ausweitung des Angebots. Vor dem Hintergrund einer erwarteten Rapsverarbeitung von rund 24,68 Mio. t ist die EU damit weniger stark auf Importe angewiesen.
Insgesamt importierte die EU-27 in der ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres 2025/26 kumuliert rund 1,85 Mio. t Raps. Damit lagen die Einfuhren um knapp 43 % unter dem Vorjahresniveau von 3,23 Mio. t. Mit bislang 1,06 Mio. t und einem Importanteil von gut 57 % bleibt die Ukraine das dominierende Lieferland. Das Vorjahresvolumen von 2,02 Mio. t wird jedoch deutlich verfehlt.
Im weiteren Saisonverlauf rückt zunehmend die zweite Importwelle aus Australien in den Fokus. Bis Januar platzierte das Land 249.869 t Raps am EU-Markt und ist damit mit einem Anteil von knapp 14 % das zweitwichtigste Herkunftsland – jedoch mit deutlichem Abstand zur Ukraine. Nach Recherchen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) lagen die Lieferungen rund 71 % unter dem Niveau des Vergleichszeitraums.
Kanada verliert hingegen weiter Marktanteile. Bislang wurden 140.915 t Raps von dort geliefert, nach 161.347 t im Vorjahr. Aufgrund des Anbaus von GVO-Sorten ist das daraus hergestellte Rapsöl nicht uneingeschränkt in der EU einsetzbar; die Importe dienen daher vorrangig der Biokraftstoffherstellung.
Demgegenüber konnten Moldawien mit 247.357 t (Vorjahr: 85.611 t) sowie Serbien mit 114.171 t (Vorjahr: 44.501 t) ihre Lieferungen im Vergleich zur ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres 2024/25 deutlich ausweiten. Ein Teil der als moldawisch ausgewiesenen Rapsimporte dürfte ukrainischen Ursprungs sein und spiegelt vor allem veränderte Transit- und Handelsrouten wider.
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