Offener Brief an die DIHK: Zögern beim Klimaschutz ist ein Wettbewerbsrisiko für Deutschland

Düsseldorf/Hamburg/Schönau 10. Februar 2026. Mit einem offenen Brief reagieren die Ökostromversorger EWS Schönau, Green Planet Energy und naturstrom auf neue Forderungen der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), die deutschen Klimaziele zu lockern.

„Diese Position ist nicht nur eine Gefahr für den Klimaschutz, sondern bedroht auch das deutsche Wirtschaftswachstum. Wir möchten klarstellen, dass wir uns als Mitglieder durch diese Positionierung nicht repräsentiert fühlen“, schreiben die Vorstände der drei Unternehmen.
Sie appellieren an die DIHK, ihrer Verantwortung als wirtschaftspolitischer Stimme gerecht zu werden: „Für ein starkes, innovatives und zukunftsfähiges Deutschland bedeutet dies, Klimaschutz ambitioniert voranzutreiben, den Ausbau Erneuerbarer Energien und klimaneutraler Netzinfrastruktur zu beschleunigen und die Rahmenbedingungen für nachhaltige Investitionen zu verbessern, statt Zweifel an der strategischen Ausrichtung zu säen.“

Klimaschutz stärkt den Wirtschaftsstandort Deutschland

Studien belegen: Ambitionierter Klimaschutz ist ein ökonomischer Gewinn. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) bringt jeder investierte Euro 1,8 bis 4,8 Euro Nutzen durch geringere Energiekosten, bessere Gesundheit und weniger fossile Importe. Eine OECD/UNDP-Studie (2025) prognostiziert: Strengere Klimaziele steigern das globale BIP bis 2100 um bis zu 13 Prozent.


Den Offenen Brief an die DIHK finden Sie hier und unten zum Download. 

Statements 

•    Oliver Hummel, Vorstandsvorsitzender naturstrom AG: „Klimaschutz als Gefahr für wirtschaftliches Wachstum zu framen, ist Gedankengut aus den Nullerjahren. Wir erwarten von der DIHK, dass sie jenen Unternehmen und Branchen, die in Klimaschutz investiert haben und ihn als Chance begreifen, angemessen Gehör schenkt.“

•    Sönke Tangermann, Vorstand Green Planet Energy: „Klimaschutz ist der Schlüssel zur Erneuerung unserer Wirtschaft. Er schafft Arbeitsplätze, sichert Investitionen und macht Deutschland unabhängig von fossilen Krisen. Wer Klimaschutz schwächt, handelt gegen Deutschlands wirtschaftliche Zukunft – und überlässt anderen die Märkte von morgen.“

•    Sebastian Sladek, Vorstand EWS Elektrizitätswerke Schönau: „In diesen Zeiten globaler Unsicherheiten brauchen wir keine Rolle rückwärts, sondern Planungssicherheit, Investitionsklarheit und Innovationsmut. Wir halten es für nicht akzeptabel, dass die DIHK Aufweichungen zentraler Klimaschutzziele als vermeintliche Gesamtposition ihrer Mitglieder postuliert, obwohl diese von Teilen der Mitgliedschaft ausdrücklich abgelehnt werden.“



Pressekontakt
Dr. Tim Loppe
Pressesprecher / Leiter Medien & Politik
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