Brandenburg: Grünen Wasserstoff für regionale Wertschöpfung nutzen

Logo BEE 400x300Potsdam, 18. Juni 2020 Bis zum Sommer 2021 will die Brandenburger Landesregierung eine Wasserstoffstrategie für Brandenburg vorlegen. Das geht aus einem Antrag von SPD, CDU und BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN hervor, der heute im Brandenburger Landtag beschlossen wird. Die Vertreter der Erneuerbaren Energien in Brandenburg begrüßen die Pläne der Landesregierung. Sie mahnen allerdings auch zur Eile und stellen klar: Wenn Wasserstoff aus Kohle, Öl oder Erdgas hergestellt wird, ist für das Klima nichts gewonnen. Deshalb muss er zu hundert Prozent aus Erneuerbaren Energien sein. 

„Wasserstoff ist eine große Chance für Brandenburg“, betont Jan Hinrich Glahr, Sprecher der Landesvertretung Berlin/Brandenburg vom Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE). Nachhaltig sinnvoll sei die Technologie allerdings nur, wenn der Wasserstoff in Brandenburg aus Erneuerbaren Energien erzeugt wird. 

Wasserstoff: Das fehlende Bindeglied für die dezentrale Energiewirtschaft

„Die Landesregierung hat jetzt die Fäden in der Hand, eine regionale Wasserstoffwirtschaft in Brandenburg aufzubauen, die uns als Industriestandort fit für die Zukunft macht“, so Glahr. Mit Unternehmen, die in Brandenburg die Technologie zur Wasserstofferzeugung entwickeln und Elektrolyseure produzieren. Mit Erneuerbaren Energien, die aus der Region den Strom zur Wasserstofferzeugung liefern. Und mit einer Industrie und Wirtschaft vor Ort, die vom grünen und günstigen Wasserstoff profitiert.

Knappes Zeitfenster: Große Mengen Windenergie stehen ab Ende 2020 bereit

Eine Chance für den Start in die Wasserstoffwirtschaft sind die Erzeugungsanlagen der Erneuerbaren Energien, für die die Festvergütung nach dem EEG Ende 2020 ausläuft. Diese Kapazitäten sind frei und könnten direkt für die Erzeugung von grünem Wasserstoff genutzt werden. In den nächsten fünf Jahren sind das bei der Windenergie in Brandenburg ca. 400 Megawatt pro Jahr.

Um dieses Potential zu nutzen, müssten schnell die regulatorischen Bedingungen angepasst und unnötige Abgaben, die bisher noch auf die Erzeugung von Wasserstoff anfallen, abgeschafft werden. „Wenn sich das Land Brandenburg jetzt ein Jahr Zeit lassen möchte, um die nächsten Schritte in seiner Wasserstoffstrategie zu beschließen, könnte diese Chance vertan sein und andere Länder an Brandenburg vorbeiziehen“, so David Wortmann, Stellvertretender Sprecher des BEE Berlin/Brandenburg und Geschäftsführer vom Berlin Brandenburg Energy Network.

Wasserstoff: Ein energiereicher Alleskönner

Wasserstoff ist als Energieträger vielseitig einsetzbar und wird in großen Mengen auch in der Industrie gebraucht, etwa bei der Stahlherstellung. Die Bundesregierung hat daher kürzlich ihre nationale Wasserstoffstrategie vorgestellt: Das leichte Gas spielt bei den Plänen zur Dekarbonisierung der Wirtschaft eine zentrale Rolle. Wasserstoff, der durch Elektrolyse aus Erneuerbaren Energien hergestellt wird, ist klimaneutral und in vielen Bereichen einsetzbar: Als Energie-Zwischenspeicher, als Brennstoff, Treibstoff oder in der Industrie.

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