EU-Ernte von Sonnenblumenkernen unterdurchschnittlich

Berlin, 18. November 2020 - Trotz deutlicher Flächensteigerungen wurden in der EU-27 im Jahr 2020 weniger Sonnenblumenkerne geerntet als im Vorjahr. Sogar der langjährige Durchschnitt wurde deutlich verfehlt. Grund sind große Ausfälle in Rumänien und Bulgarien.

In der europäischen Gemeinschaft wurden 2020 schätzungsweise 8,9 Mio. t Sonnenblumenkerne erzeugt. Das entspricht einem Rückgang von 13,4 % gegenüber dem Vorjahr und von 6 % gegenüber dem Fünfjahresmittel. Die Fläche wurde im Vergleich zum Vorjahr zwar um 2,4 % auf 4,4 Mio. ha ausgeweitet, 6 % mehr als im Fünfjahresschnitt. Deutliche Ertragseinbußen sind verantwortlich für das EU-weite schlechte Ernteergebnis. Im Schnitt wurden 20 dt/ha erzielt, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 16 % und gegenüber dem langjährigen Durchschnitt um 11 % entspricht. Es ist zu erwarten, dass die Verarbeiter in Europa im laufenden Wirtschaftsjahr mehr Importe aus Drittstaaten zurückgreifen müssen.

Die deutlich geringere Erzeugung ist insbesondere auf gravierende Ertragseinbußen in Rumänien und Bulgarien zurückzuführen. In den beiden größten Erzeugerländern von Sonnenblumenkernen fehlten zunächst die für die Ertragsbildung erforderlichen Regenmengen. Übermäßige Regenfälle behinderten bzw. verzögerten dann im Oktober die Ernte, so dass nicht mehr alle Partien in hinreichender Qualität geerntet werden konnten. In anderen Mitgliedstaaten wie Frankreich, Spanien und Deutschland war der Witterungsverlauf überwiegend günstig, sodass dort größere Ernten als im Vorjahr eingefahren werden konnten. Diese konnten allerdings das Minus in Rumänien und Bulgarien nicht ausgleichen.

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Stephan Arens
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