UFOP-Studie liefert wichtige Argumente zur Gestaltung zukünftiger Fruchtfolgen hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Umweltwirkung

Berlin, 24. Juni 2021 - Der Ackerbau steht vor großen Herausforderungen wie den Folgen des Klimawandels, steigenden Kosten durch die CO2-Bepreisung, einer verschärften Düngeverordnung und einer restriktiven Pflanzenschutzmittelzulassung. Gleichzeitig steigen die Ansprüche der Gesellschaft an eine möglichst natur- bzw. umweltverträgliche Produktion. Wie müssen zukünftige Fruchtfolgen also gestaltet werden, um diesen Herausforderung bestmöglich zu begegnen. Vor diesem Hintergrund beauftragte die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) die Hanse Agro Unternehmensberatung GmbH mit der Untersuchung der Wirtschaftlichkeit und Umweltwirkung von Fruchtfolgen. Die Studie schließt an die Vorgängerstudie von 2017 an.

Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik und der bis Ende dieses Jahres zu erstellende nationale Strategieplan für ganz Deutschland, aber auch die Ackerbaustrategie 2035 des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) geben bereits die grundsätzliche Ausrichtung vor: Fruchtfolgen müssen vielfältiger werden. In dem von der UFOP beauftragten Projektvorhaben untersuchten die Autoren des Berichtes, Prof. Dr. Reimer Mohr und Torben Ehmcke-Kasch, anhand von acht zuvor definierte Modellregionen, wie sich erweiterte Fruchtfolgen auf verschiedene ackerbauliche Aspekte auswirken.

Die Modellregionen wurden so gewählt, dass die Anbaustruktur, die Ertragsrelationen zwischen den Früchten und die Anbauverfahren innerhalb einer Region ähnlich sind. Eine Klassifizierung nach Bundesländern hätte zu kurz gegriffen, da die Anbaustruktur und die Erträge auf Bundeslandebene meist sehr vielfältig sind. Innerhalb dieser Modellregionen wurde die Wirtschaftlichkeit von Fruchtfolgen mit oder ohne Raps berechnet. Zusätzlich wurden auch Fruchtfolgen mit Körnerleguminosen betrachtet.

Für die Beurteilung wurden neben dem Ertrag auch die Maßnahmen für Pflanzenschutz und Bodenbearbeitung in den jeweiligen Rotationen angepasst. Die kalkulierten N-Düngemengen wurden nach den Vorgaben der Düngeverordnung 2020 berechnet. Neben der rein mineralischen Düngung wurde auch die mineralisch organische Düngung betrachtet. Um Wendepunkte in den Fruchtfolgesystemen herauszuarbeiten, wurden die Preisrelationen der Kulturen variiert.

Die Studie zeigt, dass eine Erweiterung der Fruchtfolgen über die derzeit klassischen Anbauabfolgen hinaus auf guten und niederschlagsreichen Standorten wirtschaftliche Vorteile bringen kann. Dagegen stellen sich die wirtschaftlichen Ergebnisse vielfältiger Fruchtfolgen auf sandigen niederschlagsarmen Standorten und in den Mittelgebirgsregionen schwieriger dar.

Für die Bewertung der Resilienz und Biodiversität von Fruchtfolgen wurde für diese Studie ein Fruchtfolgeindex entwickelt, in dem das Verhältnis von Herbst- zu Frühjahrskulturen sowie Blatt- zu Halmfrüchten, Blühzeiten und Humusaufbau berücksichtigt sind. Aus dem ermittelten Fruchtfolgeindex lässt sich ableiten, dass Fruchtfolgen mit einer hohen Biodiversität häufig auch zu den wirtschaftlichsten gehören. Hohe Biodiversität und hohe Wirtschaftlichkeit schließen sich also nicht aus.

Die Ergebnisse der Studie liefern einen praxisrelevanten Beitrag zur Diskussion über die notwendige Erweiterung von Fruchtfolgen.

Die Studie können Sie hier (PDF) herunterladen.

Pressekontakt
Stephan Arens
Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V.
Tel.: 030 31904 225
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