Investitionen in Erneuerbare Energien 2016: Rekord-Kapazitätszuwachs bei niedrigeren Kosten

PV_Solvis6_72dpiSinkende Technologiekosten für Erneuerbare Energie ermöglichten im Jahr 2016 einen Zubau der Erneuerbare-Energien-Leistung von 138,5 Gigawatt. Trotz dieses Rekordes sind die internationalen Investitionen in Erneuerbare Energien um 23 Prozent auf insgesamt 241,6 Milliarden US-Dollar gesunken. Das geht aus einem Bericht zu den Investitionen in Erneuerbare Energien hervor, den das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UN Environment), das Frankfurt School-UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance (Centre) und Bloomberg New Energy Finance (BNEF) im April 2017 veröffentlicht haben.

Ein Beitrag auf Spiegel Online konzentriert sich vor allem auf die UNEP-Aussagen zur Solarindustrie und ergänzt dazu Informationen über die Entwicklung der Solarwirtschaft sowie über deren Potenziale. Demnach prognostizierten Experten auch weiterhin einen Verfall der Kosten, wenn sich die jüngsten Effizienzrekorde aus den Laboren auf die Fertigungshallen übertragen ließen. So schließt der Beitrag ambivalent mit einem Zitat von Susanne Siebentritt, Leiterin des Labors für Fotovoltaik der Universität Luxemburg. "Will man die neuen Entwicklungen aus dem Labor in die Massenfertigung überführen, muss man ein gewisses Risiko eingehen. Es ist aber längst nicht gesagt, dass sich genug Investoren finden, die dazu bereit sind."

Ein Beitrag in der Wirtschaftswoche bringt das Ergebnis des Berichtes auf die Formel „Mehr für weniger“ und führt aus, dass aufgrund der gesunkenen Technologie insgesamt die Investitionen in Erneuerbare Energien zurückgingen. Der Bericht zitiert auch den Wissenschaftler Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Er gibt zu bedenken, dass für das Einhalten der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens ein deutlich größeres Tempo beim Umbau der Energieversorgung erforderlich sei.

Dazu passt auch eine Studie, die Allianz, Germanwatch und NewClimate Institute im April 2017 veröffentlicht haben. Die Studie analysiert die Investitionen und Investitionsbedingungen für Erneuerbare Energien in Indien, China und den USA, und vergleicht diese mit den notwendigen Investitionen zum Erreichen der Pariser Klimaziele. Die drei Länder sind zusammen für mehr als die Hälfte der globalen CO2-Emissionen verantwortlich und die wichtigsten Märkte für Erneuerbare Energien. Sie spielen damit eine Schlüsselrolle für das Erreichen des Ziels, die globale Erwärmung deutlich unter zwei Grad zu halten.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Investitionen in Erneuerbare Energien in den kommenden zwei Jahrzehnten weltweit stark wachsen müssen, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen. China und die USA müssen ihre Investitionen im Energiesektor dennoch bis 2035 verdoppeln, Indien gar verdreifachen – und fast alle diese Investitionen müssen in Erneuerbare Energien fließen.

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.