Apokalypse? - Nö.

kurzschlussteaser_250In der Antike fürchteten sich die Menschen vor dem Weltuntergang, wenn der Mond sich vor die Sonne schob, weiß die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Heute ängstige sich der moderne, aufgeklärte Mensch bei Sonnenfinsternis nur noch vor einem elektrischen Blackout, weil dann die Solaranlagen kaum noch Strom produzieren, so die FAZ. Waren es im Altertum eher Wahrsager und Scharlatane, die versuchten, den Menschen mit apokalyptischen Horrorszenarien Angst einzujagen, so wird heute vielmehr versucht, die Apokalypse in den Schreibstuben konservativer Journalisten herbeizuwarnen. Netzbetreiber und Forschungsinstitute haben im Vorfeld des 20. März 2015 stets betont, dass die Sonnenfinsternis zwar eine Herausforderung darstelle, aber beherrschbar sei. Für Katastrophenpropheten war das aber noch lange kein Grund zur Entwarnung. „Droht Deutschland ein Blackout?“ fragte etwa die FAZ eindringlich. „Die Welt“ setzte noch einen drauf und warnte in dicken Lettern gar vor dem „doppelten Blackout“. Schließlich wäre die Stromversorgung nicht nur in Gefahr, wenn der Mond die Sonne verdunkelt, sondern auch „wenn sich die Sonne gegen 12 Uhr wieder hinter dem Mond hervorschiebt“. – Echte Apokalyptiker lassen sich von derlei kleineren astronomischen Ungenauigkeiten selbstverständlich nicht beirren.

Jetzt sollte er also endlich kommen – der große, Energiewende-bedingte Stromausfall! Was weder sonnen- und windarme Wintertage, noch wind- und sonnenreiche Feiertage geschafft haben, sollte zur partiellen Sonnenfinsternis am 20. März 2015 passieren. Jetzt musste jener besagte Freitag nur noch ein sonniger Tag werden. Wie aufgeregte kleine Kinder am Weihnachtsmorgen stiegen Untergangspropheten früh aus ihren Betten und blickten gespannt aus dem Fenster. Und siehe da: Der Blick zum Himmel versprach Sonne satt. Der vorhergesagte Blackout konnte kommen. - Doch die Enttäuschung war groß: Obwohl kurz vor Mittag tatsächlich 14 GW Solarstrom plötzlich ins Netz drückten, als der Mond die Sonne wieder in vollem Umfang zum Vorschein brachte, blieb der Stromausfall einfach aus. Dabei hätte ein Blackout – egal ob doppelt oder nur einfach - doch den idealen Anlass geboten, das Rad der Zeit zurück zu drehen, zu jener Zeit als Strom noch ausschließlich aus den Kohle- und Atomkraftwerken weniger Konzerne kommen sollte, bis zum Tag des Jüngsten Gerichts.

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.